Wesentliche Neuerungen der Leitlinie zu Pemphigus vulgaris/foliaceus und des bullösen Pemphigoids umfassen die Streichung von Cyclophosphamid aufgrund des ungünstigen Nebenwirkungsprofils und die Aufnahme von Dupilumab als Off-Label-Therapiealternative für das bullöse Pemphigoid (BP).
Die Diagnosestellung bleibt auf der Trias aus Anamnese, klinischer Untersuchung und Laboruntersuchungen basierend. Für Pemphigus vulgaris/foliaceus (PV/PF) sind direkte und indirekte Immunfluoreszenz mit Desmoglein-ELISA Standard. Beim BP werden BP180- und BP230-ELISA präferenziell eingesetzt. Die Verlaufsdiagnostik nutzt Anti-Desmoglein- bzw. Anti-BP180-Nachweis zur Korrelation mit der Krankheitsaktivität. Die Therapie des Pemphigus unterscheidet verschiedene Verlaufsformen:
Für die Therapie des bullösen Pemphigoids soll bei milder Ausprägung zunächst eine topische Therapie mit Clobetasolpropionat (bei Kindern: Mometasonfuroat) durchgeführt werden. Bei moderater bis schwerer BP kommen systemische Kortikosteroide (0,5 –1,0 mg/kg/d) mit adjuvanter Immunmodulation (Azathioprin, Dapson, Doxycyclin/Nicotinamid, Dupilumab, MTX oder MMF) infrage. Dupilumab erhielt im Juni 2025 FDA-Zulassung für BP, der Einsatz ist in Deutschland aber off-label. Pemphigus zeigt bei moderner Therapie in ca. 90 % vollständige Remission. Vor immunsuppressiver Therapie, insbesondere vor B-Zell-Depletion (Rituximab), sollte der Impfstatus geprüft werden. Totimpfstoffe sind während der Therapie möglich, Lebendimpfstoffe kontraindiziert.
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-0