Bei bis zu einem Drittel aller Personen mit entzündlichen Hauterkrankungen schlägt die zielgerichtete Therapie nicht an – meist, weil Diagnose und Immunprofil nicht zusammenpassen, erklärte Prof. Dr. med. Michel Gilliet (Lausanne).
Sein Team hat eine transkriptomische Kartografie entwickelt, die Hautbiopsien anhand dominanter Entzündungsmodule (Th17, Th2, Th1, Typ-I-Interferon, myeloisch) klassifiziert und über eine digitale Plattform mit Referenzerkrankungen abgleicht. Das hilft besonders bei diagnostisch unklaren Fällen wie Erythrodermie oder Checkpoint-Inhibitor-induzierten Exanthemen. Bei rund 80 % aller Therapieversager fand sich ein Missverhältnis zwischen Zielstruktur und tatsächlich dominantem Modul. Gilliet sprach von einem Paradigmenwechsel hin zu einer molekular statt morphologisch definierten Dermatologie.
Di Domizio J et al., JEADV 2026; 40(3): 440–5