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Dermatologie

Dermatoonkologie

Laser zur Prävention von keratinozytärem Hautkrebs?

24.8.2026

Vor allem Menschen mit lichtgeschädigter Haut oder mit keratinozytären Karzinomen in der Vorgeschichte könnten von den präventiven Effekten einer Laserbehandlung profitieren. Aktuelle Studien stellen verschiedene Lasersysteme auf den Prüfstand.

Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Lasersysteme, die üblicherweise vor allem zur kosmetischen Hautverjüngung bei Lichtalterung eingesetzt werden, der Entstehung von keratinozytärem Hautkrebs sowie Vorläuferläsionen vorbeugen können [1].

Zentrale Wirkmechanismen

Dabei spielen 3 Wirkmechanismen von fraktionierten Infrarot-Lasern eine Rolle, erklärte Prof. Dr. Merete Hædersdal, Department of Dermatology, Universitätsklinikum Kopenhagen:

  • Entfernung von DNA-geschädigten Keratinozyten: Durch thermische Impulse werden epidermale Zellen, deren DNA durch chronische UV-Strahlung bereits irreversibel geschädigt ist, gezielt zerstört und abgetragen.
  • Aktivierung des IGF-1- Signalwegs: Durch Reduktion seneszenter und Rekrutierung replikationsfähiger Fibroblasten wird der „Insulin-like Growth Factor-1“ (IGF-1)-Signalweg reaktiviert. Ein aktiver IGF-1-Signalweg steuert nach einer UV-Schädigung geeignete Schutz- und Reparaturmechanismen.
  • Immunmodulation: Durch die thermische Energie werden lokale immunologische Prozesse in der Haut in Gang gesetzt. Dadurch ist die körpereigene Immun­abwehr besser in der Lage, verbleibende, mutierte Tumorzellen zu erkennen und zu eliminieren.

Aktuelle Evidenzlage

Nach aktueller Evidenzlage können verschiedene Lasersysteme für die Behandlung keratinozytärer Tumoren – insbesondere aktinischer Keratosen und oberflächlicher Basalzellkarzinomen mit niedrigem Rezidivrisiko – eingesetzt werden, berichtete Prof. Dr. Uwe Paasch, Hautarzt in Jesewitz. Die stärkste Evidenz in der Behandlung aktinischer Keratosen liegt für den fraktionierten ablativen CO2-Laser vor. Aber auch für den ER:YSGG-Laser und den Thulium-Laser sind bisherige Ergebnisse vielversprechend. So konnte bei einer Feldkanzerisierung durch die Behandlung mit einem fraktionierten Thulium-Laser eine signifikante Reduktion aktinischer Keratosen und histopathologischer Parameter der Lichtalterung erreicht werden [2]. Für den Einsatz nicht-ablativer Lasersysteme ist die Evidenz moderat. Studiendaten zeigen, dass bei keratinozytären Karzinomen in der Vorgeschichte nach einer Laserbehandlung die Rate neuer Läsionen halb so hoch liegt wie bei unbehandelten Kontrollen (20,9 vs. 40,4 %) [3]. Ähnliche Ergebnisse lassen sich aktuellen Studiendaten zufolge auch mit dem gepulsten Farbstofflaser erzielen [4].

Aktuelle Daten belegen darüber hinaus überlegene Resultate einer Laser-assistierten photodynamischen Therapie (PDT) bei aktinischen Keratosen gegenüber einer Tageslicht-PDT allein [5]: Über einen Zeitraum von 2 Jahren war die Rate der Behandelten, die ohne aktinische Keratosen blieben, unter Anwendung der Laser-assistierten PDT signifikant höher (56,3 vs. 43 %). In keinem der Behandlungsareale entwickelten sich Plattenepithelkarzinome.

  1. Wenande E et al., Lasers Med Sci 2025; 40: 70
  2. Salviano LMO et al., Lasers Surg Med 2026; 58: 311–20
  3. Benson TA et al., Dermatol Surg 2023; 49: 149–54
  4. Hu J et al., Dermatol Surg 2026; 5: 108–12
  5. Lindholm V et al., Clin Exp Dermatol 2026; llag168; doi: 10.1093/ced/llag168 (online ahead of print)

Wissenschaftliches Symposium „Lasertechnologie im Wandel – die neuesten Geräte und Trends“ anlässlich der 35. Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft e. V., Frankfurt/Main, Juni 2026

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