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Gynäkologie

Sonografie

Spermiogramm allein reicht nicht

Dr. rer. nat. Reinhard Merz

12.10.2026

Wie aussagekräftig ist die andrologische Basisdia­gnostik für die Chance auf eine Schwangerschaft mit Lebendgeburt? Eine prospektive Beobachtungsstudie verglich 604 Männer aus infertilen Partnerschaften mit 115 Männern, deren Partnerin innerhalb eines Jahres spontan schwanger geworden war und ein Kind geboren hatte.

Erfasst wurden Anamnese, körperliche Untersuchung, Spermiogramm, Hormonstatus sowie skrotale und transrektale Ultraschallbefunde.

Mehrere Parameter waren mit Fertilität und Lebendgeburt assoziiert. Dazu gehörten eine Spermienkonzentration ≥ 40 Mio./ml, eine Gesamtzahl ≥ 128 Mio. pro Ejakulat, eine progressive Motilität ≥ 52 % und eine normale Morphologie ≥ 5 %. Auch niedrigere FSH- und LH-Werte sowie ein größeres Hodenvolumen waren günstig. Besonders auffällig war jedoch die Sonografie: Eine homogene Hodenstruktur zeigte die stärkste Assoziation mit Schwangerschaft und Lebendgeburt. In der multivariaten Analyse blieb die homogene Echostruktur mit einer OR von 15,84 der stärkste unabhängige Prädiktor.

Für die reproduktionsmedizinische Praxis unterstreichen die Daten eine wichtige Botschaft: Ein Spermiogramm ist kein binärer Fertilitätstest. Für Gynäkologinnen und Gynäkologen heißt das, den männlichen Partner nicht auf die Ejakulatanalyse zu reduzieren.

Lotti F et al., Hum Reprod 2026; 41(Suppl 1): deag083.184

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