Letrozol wird zunehmend als Komedikation bei der kontrollierten ovariellen Stimulation diskutiert. Die Rationale ist plausibel: Durch Aromatasehemmung sinkt das Estradiol, während die intraovarielle Androgenkonzentration steigt.
Dadurch könnte die Sensitivität der Follikel gegenüber FSH zunehmen. Eine neue Metaanalyse prüfte nun, ob sich dieser pharmakologische Effekt tatsächlich in besseren reproduktiven Ergebnissen niederschlägt. Einbezogen wurden 16 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 1 349 Frauen. Letrozol in einer Dosierung von 2,5 –5 mg wurde zusätzlich zur Stimulation mit Gonadotropinen und einem GnRH-Analogon eingesetzt. Primärer Endpunkt war die Lebendgeburtenrate.
Biologisch tat Letrozol durchaus das Erwartete: Die Estradiolkonzentration am Triggertag lag im Mittel um 832 pg/ml niedriger, gleichzeitig konnte die gesamte Gonadotropindosis um durchschnittlich 296 IE reduziert werden. Einen reproduktionsmedizinischen Vorteil brachte dies jedoch nicht. Weder die Anzahl gewonnener Oozyten und MII-Oozyten noch Fertilisationsrate sowie klinische Schwangerschafts-, Fehlgeburts- oder Lebendgeburtenrate unterschieden sich signifikant. Für die Lebendgeburt ergab sich ein RR von 0,85 (95%-KI 0,56–1,29).
Katsika E et al., Hum Reprod 2026; 41(Suppl 1): deag083.266