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Gynäkologie

Frozen-Embryo-Transfer (mNC-FET)

Kryotransfer im modifiziert natürlichen Zyklus

Dr. rer. nat. Reinhard Merz

12.10.2026

Muss nach einem hCG-getriggerten modifiziert natürlichen Frozen-Embryo-Transfer (mNC-FET) routinemäßig Progesteron gegeben werden? Diese in der Praxis ausgesprochen relevante Frage untersuchte eine Subgruppenanalyse des großen dänischen FET-OPTIMIZING-Trials.

Der zugrunde liegende multizentrische RCT umfasste rund 600 Frauen im Alter von 18 bis 41 Jahren mit regelmäßigem Zyklus und Transfer einer autologen, qualitativ guten Einzelblastozyste. Nach Erreichen eines dominanten Follikels ≥ 17 mm wurde mit hCG getriggert. Die Frauen erhielten entweder keine weitere Lutealphasenunterstützung oder vaginales mikronisiertes Progesteron, 100 mg dreimal täglich, bis zur 8. Schwangerschaftswoche.

Bereits die inzwischen publizierte Gesamtanalyse hatte keinen Vorteil der Progesterongabe gezeigt: Die Lebendgeburtenrate betrug 34,9 % mit und 31,9 % ohne Lutealphasensupport; der Unterschied war nicht signifikant. Auch Schwangerschafts- und Abortraten unterschieden sich nicht. Die ESHRE-Analyse ging nun der Frage nach, ob möglicherweise Frauen höheren Alters oder mit reduzierter Ovarreserve profitieren. Auch dafür fand sich kein überzeugendes Signal. Bei Frauen ≥ 37 Jahre lag die Lebendgeburtenrate bei 29,2 versus 21,9 %, der Unterschied war jedoch nicht signifikant. Ebenso zeigte sich bei niedrigem AMH kein Nutzen – bei allerdings sehr kleinen Fallzahlen.

Nach hCG-getriggertem mNC-FET ist eine routinemäßige Progesteron-Supplementation bei ovulatorischen Frauen offenbar nicht erforderlich. Die Ergebnisse werden inzwischen durch eine Metaanalyse mit 3 896 Zyklen gestützt, die ebenfalls keinen signifikanten Effekt auf die Lebendgeburtenrate fand. Davon abzugrenzen ist der echte natürliche Zyklus ohne hCG-Trigger: Hier ist die Evidenz weniger eindeutig. Die Schlussfolgerung „Progesteron nicht notwendig“ sollte deshalb spezifisch auf den hCG-getriggerten mNC-FET bezogen werden.

Somuncu Johansen A et al., Hum Reprod 2026; 41(Suppl 1): deag083.096

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