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Gynäkologie

Die Idee ist attraktiv

Präimplantative genetische Tests

Dr. rer. nat. Reinhard Merz

12.10.2026

Die Idee ist attraktiv: Statt für ein PGT-A Zellen aus dem Trophektoderm zu biopsieren, wird beim nicht-invasiven PGT (niPGT) zellfreie embryonale DNA aus verbrauchtem Kulturmedium oder Blastozystenflüssigkeit analysiert. Ein systematisches Review ging der Frage nach, ob diese Form der Embryoselektion tatsächlich zu mehr Lebendgeburten führt.

Bei Frauen im Alter von 35 bis 40 Jahren war niPGT gegenüber der rein morphologischen Embryoselektion mit einer höheren kumulativen Lebendgeburtenrate assoziiert (OR 2,10; 95%-KI 1,28–3,43). Auch die Lebendgeburtenrate pro Transfer war höher (OR 2,26; 95%-KI 1,35–3,80). Gegenüber trophektodermbasiertem PGT-A zeigte sich dagegen kein signifikanter Unterschied bei der kumulativen Lebendgeburtenrate.

Wegen der erheblichen klinischen und methodischen Heterogenität war eine studienübergreifende Metaanalyse jedoch nicht möglich. Randomisierte kon­trollierte Studien mit klinischen Endpunkten fehlen vollständig. Damit bleibt niPGT ein interessantes Prognose- und Selektionsverfahren, für eine routinemäßige Implementierung reicht die Evidenz derzeit jedoch nicht aus. Dies entspricht auch der grundsätzlichen Einordnung.

Kovilveettil AN et al., Hum Reprod 2026; 41(Suppl 1): deag083.032

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