Ovarielle Endometriome stellen bei Kinderwunsch ein therapeutisches Dilemma dar. Eine Zystektomie kann Symptome und Rezidivrisiko reduzieren, gefährdet aber durch den Verlust gesunden Ovarialgewebes die Ovarreserve. Andererseits kann auch das Belassen größerer Endometriome die Follikelpunktion erschweren.
Eine Metaanalyse untersuchte die transvaginale Ethanol-Sklerotherapie vor IVF/ICSI als ovarschonende Alternative.
Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Nach Sklerotherapie war die Lebendgeburtenrate signifikant höher als unter abwartendem Vorgehen (OR 2,10; 95%-KI 1,24 –3,57); auch die klinische Schwangerschaftsrate war erhöht (OR 2,38; 95%-KI 1,52–3,73). Besonders ausgeprägt erschien der Effekt bei Frauen mit vorangegangener Zystektomie. Die Zahl gewonnener Oozyten war geringfügig höher, für MII-Oozyten, Stimulationsdauer und Gonadotropindosis ergaben sich dagegen keine signifikanten Unterschiede. Damit ist die Sklerotherapie derzeit eine interessante ovarschonende Option für ausgewählte Patientinnen, nicht aber bereits ein neuer Standard zur Endometriumablation vor IVF.
Hamdan M et al., Hum Reprod 2026; 41(Suppl 1): deag083.237