Diabetes und Osteoporose beeinflussen sich durch komplexe Pathomechanismen gegenseitig, daran erinnerte Prof. Dr. med. Walter Fassbender (Zürich). Ursachen einer diabetesassoziierten (sekundären) Osteoporose seien Hyperglykämie, Insulinresistenz, Akkumulation fortgeschrittener Glykationsendprodukte (AGEs) sowie durch chronische Entzündung und oxidativen Stress bedingte Zellschäden.
Aufgrund der hohen Diabetesprävalenz riet Fassbender, die in der Diagnostik bei primärer Osteoporose verwendeten Verfahren zur Bestimmung des Frakturrisikos auch bei Menschen mit Diabetes zu implementieren. Erkennbar sei Osteoporose bei Diabetes auch durch erhöhte Osteocalcin-Werte im Blut. Als Marker für AGEs könne Pentosidin herangezogen werden, besonders in der Postmenopause. Zudem sei über die Bestimmung des Osteogenesehemmers Sklerostin im Blut das Maß der Knochenneubildung abschätzbar [1]. Durch das zunehmende Verständnis der Pathomechanismen ergäben sich neue Ansätze in der Diagnostik, Therapie und Prävention.