Einsamkeit lässt Menschen leiden und erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes (T2D) und dessen Komplikationen, betonte Prof. Dr. med. Karl-Heinz Ladwig (TUM München). Einsame Menschen achteten weniger auf sich, seien weniger therapieadhärent.
Zudem komme es zur Alteration des vegetativen Nervensystems mit Störungen im endokrinologischen und immunologischen Bereich. Bislang sei in der Ärzteschaft wenig über diesen Zusammenhang bekannt, so Ladwig. Dabei müsse man sich zunächst klarmachen, was Einsamkeit ist: eine Diskrepanz zwischen den gewünschten und vorhandenen sozialen Kontakten mit negativen Folgen. Dies sei auch in Partnerschaften möglich. Im Sozialbericht der Bundesregierung 2024 hatten bis zu 19 % der Befragten angegeben, sich oft einsam zu fühlen. In einer aktuellen Metaanalyse erhöhte Einsamkeit das relative Risiko für T2D adjustiert um 32 % [1]. Ladwig rät, bei Verdacht zu fragen „Fühlen Sie sich einsam?“ und „einfach 10 Minuten zuzuhören“. Er plädierte dafür, psychosoziale Faktoren mehr als bisher in Screenings und Interventionen einzubeziehen.