In der Diskussion um Peptide in der regenerativen Medizin sei begriffliche Klarheit wichtig, betonte Dr. med. Matthias Kraft (Adliswil, Schweiz). Bioregulatoren im engeren Sinn seien Ultrakurzpeptide aus nur 2– 6 Aminosäuren, die direkt in die DNA-Alpha-Helix des jeweiligen Ursprungsgewebes eindringen und dort blockierte Genabschnitte reaktivieren sollen.
Sie seien nicht gleichzusetzen mit bekannten Peptidhormonen wie GLP-1-Analoga oder Wachstumshormon. Zahlreiche Publikationen des russischen Forschers Vladimir Khavinson liegen zu diesen Substanzen vor, darunter zum Tripeptid Epitalon, für das eine Telomerverlängerung sowie eine Aktivierung mesenchymaler Stammzellen beschrieben wurde. In einer Beobachtungsstudie an rund 12 000 Menschen über 1,5 Jahre senkte eine Kombination von 6 Peptidsubstanzen die Rate akuter Atemwegserkrankungen um das 2,4-Fache. Klinisch berichtete Kraft zudem von einer Patientin mit systemischer Sklerose, deren Handdurchblutung sich unter der Therapie nach 3 Monaten sichtbar besserte, relevante Nebenwirkungen sah er bislang nicht. Für die dermatologische Praxis mahnte er dennoch zur Zurückhaltung: Kontrollierte Studien am Menschen mit harten Endpunkten fehlen bislang weitgehend.
Symposium „Peptide“