Mikro-RNA (miRNA) rücken als Alterungswerkzeug vermehrt in den Fokus, berichtete Prof. Dr. med. Jürgen Hescheler (Köln). Diese nur rund 22 Nukleotide langen RNA-Schnipsel binden an einzelne Zielsequenzen und steuern darüber Gene auf DNA-, Boten-RNA- und Proteinebene.
Wird miR-98 in eine Hautzelle eingebracht, steigt die Effizienz, daraus eine pluripotente Stammzelle zu erzeugen, auf über 80 %. miRNA-106 findet sich vermehrt im Blut 100-Jähriger und baut gezielt seneszente, alternde Zellen ab. Und miR-302 programmiert seneszente Zellen offenbar direkt zurück in einen funktionsfähigen Zustand. In Exosomen verpackt und einer alten Maus injiziert, zeigte eine einzelne Gabe rund 30 % Organverjüngung. In der regenerativen und ästhetischen Dermatologie werden exosomenbasierte miRNA-Produkte bereits zunehmend eingesetzt.
Symposium „Innovative Therapieansätze im Longevity-Bereich“