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Gynäkologie

Verhütung und Wechseljahre

Herausforderung PCO-Syndrom und Hirsutismus

30.3.2026

PCOS ist die häufigste Ursache des Hirsutismus bei Frauen im reproduktiven Alter und eine komplexe metabolisch-endokrine Erkrankung. Moderne hormonelle Therapiestrategien ermöglichen heute eine effektive Reduktion der Androgenwirkung und können Symptome und Lebensqualität deutlich verbessern.

Androgene kommen physiologisch im weiblichen Organismus vor und spielen eine wichtige Rolle in der Steroidbiosynthese, wie PD Dr. med. Maren Goeckenjan (Dresden) erläuterte. Ohne Progesteron entstehen keine Androgene, und ohne Androgene wiederum keine Estrogene. Dennoch führt eine pathologische Erhöhung der Androgenwirkung zu charakteristischen klinischen Symptomen.

Die Auswirkungen erhöhter Androgenaktivität betreffen mehrere Organsysteme. Dermatologisch kommt es zu einer gesteigerten Talgproduktion, Hyperkeratose sowie einer erhöhten Neigung zu Komedonen, Papeln und entzündlichen Hautveränderungen. Gleichzeitig wirken Androgene auf die Haarfollikel und führen zur Umwandlung von Vellus- in Terminalhaar. Dadurch entstehen typische Muster der vermehrten Körperbehaarung, während auf der Kopfhaut eine Verkürzung der Anagenphase zu androgenetischer Alopezie führen kann. In ausgeprägten Fällen können auch irreversible Virilisierungszeichen wie eine Vertiefung der Stimme auftreten.

Auch die reproduktive Funktion ist betroffen. Der Androgenüberschuss beeinträchtigt die Follikelreifung und führt häufig zu Oligo- oder Anovulation sowie langfristig zu endometrialen Veränderungen. Das PCOS stellt eine metabolisch-reproduktive Erkrankung dar, bei der endokrine, metabolische und gynäkologische Faktoren miteinander interagieren.

Obwohl das PCOS die häufigste Ursache darstellt, müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden. Die Labordiagnostik umfasst typischerweise Gesamt- und freies Testosteron, SHBG, DHEAS, Androstendion sowie ggf. 17-Hydroxyprogesteron. Ergänzend können LH/FSH-Ratio, Anti-Müller-Hormon und metabolische Parameter bestimmt werden. Neben den körperlichen Symptomen hat Hirsutismus eine erhebliche psychosoziale Dimension. Studien zeigen ein erhöhtes Risiko für Angststörungen, Depressionen und ein vermindertes Selbstwertgefühl. Besonders Gesichtshaar, Akne oder Haarausfall führen häufig zu Stigmatisierung und sozialem Rückzug. Die Behandlung des PCOS sollte multimodal erfolgen. Grundlage bilden Lebensstilinterventionen wie ­Gewichtsreduktion, körperliche Aktivität und Ernährungsanpassung. Pharmakologische Therapien ­können ergänzend eingesetzt werden, insbesondere bei ausgeprägtem Hyperandrogenismus.

Kombinierte orale Kontrazeptiva spielen hierbei eine zentrale Rolle. Durch Suppression der ovariellen ­Androgenproduktion, Anstieg des SHBG und Reduktion des freien Testosterons können sie die klinischen Symptome verbessern. Präparate mit antiandrogen wirksamen Gestagenen blockieren zusätzlich den Androgenrezeptor und reduzieren damit die Wirkung von Testosteron auf Haut und Haarfollikel. Klinische Studien zeigen, dass eine entsprechende Therapie nach mehreren Monaten zu einer deutlichen Reduktion des Hirsutismus führen kann. Gleichzeitig verbessern sich Akne, Zyklusregulation und gesundheitsbezogene Lebensqualität.

Meet the Expert „Herausforderungen in der gynäkologischen Praxis: PCOS und Hirsutismus“ (Veranstalter: Exeltis Germany GmbH)

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