Häufigste Erreger der Urethritis sind Chlamydia trachomatis, Neisseria gonorrhoeae und Mycoplasma genitalium, erläuterte Dr. med. Isabel Mordhorst (Bochum).
Klinisch entscheidend ist die Unterscheidung zwischen gonorrhoischer und nicht-gonorrhoischer Urethritis, da sich davon die Therapie ableitet: Bei Gonorrhö-Verdacht empfiehlt die aktuelle S3-Leitlinie Erregerkultur mit Resistenztestung und Ceftriaxon, ergänzt um Doxycyclin zur Abdeckung möglicher Chlamydien-Koinfektionen. Bei nicht-gonorrhoischer Urethritis ist Doxycyclin Mittel der ersten Wahl. Sorge bereitet die Resistenzentwicklung von N. gonorrhoeae gegenüber Azithromycin, das mittlerweile bei über 25 % der Isolate vermindert wirksam ist, während Ceftriaxon mit unter 1 % resistenter Isolate hochwirksam bleibt. Der Nachweis von N. gonorrhoeae ist seit 2022 bundesweit nichtnamentlich meldepflichtig. Ureaplasmen und Mycoplasma hominis gelten dagegen meist als klinisch irrelevante Kolonisation ohne Behandlungsindikation. Zur Nachsorge gehören Präventionsberatung, erweiterte STI-Diagnostik und ein „test of cure“ 6 bis 12 Wochen nach Therapieende. Außerdem sei es notwendig, so Mordhorst, dass in der Praxis ein offener, wertfreier Umgang mit dem Thema Sexualität stattfinde, auf den Patienten und Patientinnen erfahrungsgemäß positiv reagieren.
Symposium „Praktisches Krankheitsmanagement: STI“