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Dermatologie

Leitsymptome der AD auf ein Minimum reduzieren

Minimale Krankheitsaktivität als Therapieziel

Dr. rer. nat. Reinhard Merz

19.8.2026

Bei der atopischen Dermatitis (AD) rückt neben der Kontrolle objektiver Hautbefunde zunehmend die Lebensqualität in den Mittelpunkt. Als Versorgungsziel für 2030 wurde formuliert, dass 60 % der Patienten und Patientinnen einen DLQI unter 5 erreichen sollen.

Zwar ist der mittlere Dermatology Life Quality Index (DLQI) in der AtopicHealth-Reihe von 8,5 in den früheren Erhebungen auf 7,4 in der Interimsanalyse 2025 gesunken, die Krankheitslast bleibt jedoch erheblich. Als Versorgungsziel für 2030 wurde formuliert, dass 60 % der Patientinnen und Patienten einen DLQI unter 5 erreichen sollen. Voraussetzung dafür ist eine Therapie, die insbesondere die beiden aus Patientensicht zentralen Belastungen adressiert: sichtbare Hautläsionen und Pruritus.

Als praxisnahes, ambitioniertes Therapieziel wurde die „Minimal Disease Activity“ (MDA) vorgestellt. Sie kombiniert eine nahezu vollständige Abheilung der Haut – definiert als EASI 90 oder EASI < 3 – mit weitgehender Juckreizfreiheit, entsprechend einem Worst-Pruritus-NRS von 0 oder 1. Damit verbindet die MDA einen objektiven klinischen Score mit einem patientenberichteten Endpunkt und bildet die Krankheitskontrolle umfassender ab als der EASI-Wert.

Für den JAK1-Inhibitor Upadacitinib zeigen die Langzeitdaten der Studien MEASURE UP 1 und 2, dass ein solches kombiniertes Ansprechen bei einem relevanten Anteil der Behandelten über nahezu 4 Jahre aufrechterhalten werden kann. In Woche 16 erreichten unter 30 mg 47 % und unter 15 mg 30 % der Erkrankten die Kombination aus EASI 90 und WP-NRS 0/1. Unter Placebo waren es 3 %. Bis Woche 188 blieb die MDA-Rate in den Verumarmen bei etwa 40 %.

Ergänzend wurden Real-World-Daten aus einer internationalen retrospektiven Kohorte präsentiert. Dort lag der Anteil mit MDA nach 16 Wochen bei 38 % unter Upadacitinib, 19 % unter Dupilumab und 13 % unter Tralokinumab. Nach 52 Wochen betrugen die Raten 61 %, 34 % bzw. 16 %. Wegen der heterogenen Populationen und des fehlenden direkten Vergleichs sind diese Ergebnisse jedoch zurückhaltend zu interpretieren.

Besondere Aufmerksamkeit galt sichtbaren und funktionell relevanten Arealen. Gesicht, Hals und Hände verursachen häufig einen überproportional hohen Leidensdruck und können therapeutisch anspruchsvoll sein. Als mögliche Erklärung wurde das breitere, neben Th2- auch Th1- und Th17-assoziierte Zytokinprofil bei Gesichtsbeteiligung diskutiert. In der Beobachtungsstudie UP-TAINED erreichten unter Upadacitinib nach einem Monat 61 % der Betroffenen im Gesicht und 64 % an den Händen einen vIGA-AD von 0 oder 1. Nach 12 Monaten stiegen die Anteile auf 76 % bzw. 77 %.

Die integrierte Sicherheitsanalyse umfasste mehr als 2 600 Patientinnen und Patienten sowie über 9 000 Patientenjahre Exposition über bis zu 6 Jahre. Nach Darstellung der Referentin Prof. Dr. med. Laura Susok (Dortmund) ergaben sich keine neuen Sicherheitssignale. Dennoch bleiben eine sorgfältige Risikoselektion, das leitlinien- und fachinformationsgerechte Monitoring sowie die Beratung zu Infektionsrisiken essenziell. Insgesamt unterstreichen die Daten den Wandel von einer bloßen Besserung hin zu einer möglichst vollständigen, anhaltenden Krankheitskontrolle.

Symposium „Therapieziel Next Level. Wie IL-23- und JAK-Inhibitoren die Landschaft in der Psoriasis und atopischen Dermatitis prägen“ (Veranstalter: AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG)

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