Eine illustre Runde hatte sich zusammengefunden, um über die Frage zu diskutieren, ob und wann die elektronische Patientenakte (ePA) in der Versorgung ankommt. Neben den üblichen Durchhalteparolen gab es dabei tatsächlich auch ein paar interessante Aspekte zu hören.
Moderiert wurde die Veranstaltung von der politischen Redakteurin des Deutschen Ärzteblatts, Rebecca Beerheide, es diskutierten: Prof. Thomas Grechenig, Geschäftsführer der Rise GmbH, Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK Gesundheit, die Klinikerin Prof. Claudia Schmidtke und die niedergelassene Gynäkologin Dr. Maike Henningsen.
Der Einstiegsfrage, ob sie den ersten Geburtstag gebührend gefeiert hätten, beantworteten alle Diskutanten mit einem etwas zögerlichen: „Ja, aber …“ Schnell wurde klar: Man hätte sich schon ein wenig mehr Fortschritt in den vergangenen 12 Monaten gewünscht. Zwar haben 94 % der gesetzlich Versicherten jetzt eine Akte, aber deren Nutzung ist trotz aller Jubelmeldungen noch sehr bescheiden.
Trotzdem war der Grundtenor positiv. Prof. Grechenig hob hervor: „Was viele vergessen: Wir haben in den vergangenen zehn Jahren ein System aufgebaut, das digital souverän agiert und in der Lage ist, personalisierte Dienste für eine digitale Verwaltung zu liefern – weit über den eigentlichen Gesundheitsbereich hinaus.“ Und Andreas Storm ordnete es so ein: „Wir haben in den vergangenen zwölf Monaten mehr Fortschritte gemacht als in den zehn Jahren davor.“
Dr. Henningsen erzählte aus ihrer Praxis: „Viele meiner Patientinnen sind der ePA gegenüber prinzipiell positiv eingestellt, sehen aber nicht, wo sie persönlich profitieren können. Hier müssen wir noch viel Aufklärungsarbeit leisten.“ Und Prof. Schmidtke ergänzte: „Patienten und Patientinnen müssen verstehen, dass die ePA zusammen mit KI-Auswertungstools in der Lage sein wird, Zusammenhänge zu finden, die ein Arzt nie entdecken würde.“
Reicht das, um nach vielen Rückschlägen positiv in die Zukunft zu schauen? Bei der Abschlussfrage mochte man das fast glauben. Denn alle Diskutanten waren der optimistischen Meinung, dass die ePA in 5 Jahren ein selbstverständlicher Teil unserer Versorgung sein wird – wie das Smartphone heute ein selbstverständlicher Teil unserer Kommunikation ist.
Das klingt dann schon fast zu schön, um wahr zu sein. Ob es der Realität entspricht, lesen Sie dann in unserem Kongressticker zur DMEA 2031.
Session „ePA auf dem Weg in die Versorgung“