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Konress-Ticker

Session „Frauengesundheit ist keine Nische“

Warum die DMEA 2026 für die Gynäkologie wichtig war

Dr. rer. nat. Reinhard Merz

11.6.2026

Von Zyklusdaten und Gender-Health-Gap bis ePA, KI-Dokumentation und digitale Patientinnensteuerung: Die ambulante Gynäkologie steht vor der gewaltigen Aufgabe, digitale Werkzeuge klinisch sinnvoll, datenschutzkonform und versorgungsgerecht in den Praxisalltag zu integrieren.

Zwar gab es keine einzelne Meldung, die als „der­ ­gynäkologische Durchbruch“ zu bewerten wäre. ­Berichtenswert ist dafür umso mehr, dass Frauen­gesundheit, Datenqualität und ambulante Umsetz­barkeit erstmals sehr sichtbar mit den großen Digital­themen verknüpft wurden: elektronische ­Patientenakte (ePA), Europäischer Raum für ­Gesundheitsdaten (EHDS), künstliche Intelligenz (KI), Praxisverwaltungssysteme (PVS) und Telematikinfra-struktur (TI).

Auf der DMEA wurde Frauengesundheit explizit als Daten-, Versorgungs- und Gerechtigkeitsthema diskutiert. In der Session „Frauengesundheit ist keine Nische!“ wurde entlang von Lebensphasen argumentiert – junge Frauen mit Zyklus-Apps, Schwangere/Stillende mit Arzneimittelunsicherheit, Patientinnen mit Wechseljahresbeschwerden. Apotheken beginnen bereits, ihre Beratung entlang dieser ­Segmente zu optimieren, wie die Filialleiterin einer großen Apothekenkette berichtete. Prof. Dr. med. ­Sylvia Thun, Direktorin der Core-Unit eHealth und Interoperabilität (CEI) an der Charité, gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass KI die Versorgungsrealität von Frauen verbessern könnte. „KI ist eine Riesenmöglichkeit, die Medizin gerechter zu machen, nicht nur für Männer und Frauen, sondern auch für Junge, Alte und Kinder.“ Gleichzeitig sieht sie die Gefahr, dass Errungenschaften der vergangenen Jahre politisch unter die Räder kommen. „Wir haben aktuell eine Politik, die vielleicht sogar gegenläufig ist. Wir müssen im Moment ganz schön aufpassen, dass es nicht demnächst eine Anti-Frauen-Politik gibt.“ In der Diskussion ging es auch darum, was man gegen solche Entwicklungen tun könnte. Konsens: Eine­ ­Allianz für Frauengesundheit, die über Legislatur­perioden hinaus bestünde, wäre hilfreich – und sei bereits in Planung.

Session „Frauengesundheit ist keine Nische“

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