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Kongress-Ticker

Operationen plus Systemtherapie

Gynonkologie: Fortschritte in der Chirurgie

Dr. rer. nat. Reinhard Merz

28.11.2022

Bei allen Fortschritten in der Systemtherapie ist die Gynäkologische Onkologie nach wie vor auch immer noch ein operatives Fach. Deshalb ist auch ein Blick auf die Entwicklungen in der Chirurgie spannend und damit die Frage: Wie können innovative Techniken in der onkologischen Chirurgie zum Wohl der Patienten genutzt werden?

Prof. Dr. med. Ines Gockel (Leipzig) stellte zunächst die Palette der aktuellen Entwicklungen vor: Neue optische Biomarker machen biologische Prozesse besser messbar und erlauben genauere Prognosen. Künstliche Intelligenz könnte die Tumorerkennung automatisieren, multispektrale Bildgebung einen detaillierteren Blick in den Körper ermöglichen (> eHealth). Mit positiven Folgen für die Überlebenschancen sowie mit einer höheren Lebensqualität für die Betroffenen.

Prof. Dr. med. Michael Ghadimi (Göttingen) zeigte die Weiterentwicklungen in der Chirurgie am Beispiel der Oligometastasierung auf, die zwar nicht mehr lokal begrenzt ist, sich aber nur limitiert ausgebreitet hat. „Noch vor 30 Jahren sind wir bei einer metastasierten Erkrankung bei allen Tumoren von einer systemischen und damit nicht mehr heilbaren Erkrankung ausgegangen, die nur noch durch systemische Chemotherapie zu behandeln war. Heute haben wir fachübergreifend ein differenzierteres Verständnis und angepasste Therapieoptionen entwickelt“, sagte Ghadimi. Durch die Kombination von Systemtherapie mit chirurgischen Eingriffen können Patienten heute sehr viel länger leben, und eine sogenannte Chronifizierung von Tumorerkrankungen kann in einigen Fällen erreicht werden.“


Visionen für die Chirurgie der Zukunft

Einen Schwerpunkt der Entwicklungen stellen die OP-Roboter dar. Zurzeit entsprechen diese Systeme sogenannten Telemanipulatoren und ermöglichen noch keine automatisierte oder navigierte Hilfestellung. Die Nutzung von präoperativer und intraoperativer Bildgebung und von künstlicher Intelligenz schafft jedoch die Voraussetzungen für zukünftige autonome Anwendungen. Navigation, Fehlervermeidung und Assistenzsysteme sind dabei realistische Visionen für eine Chirurgie der Zukunft, wie PD Dr. Dr. Lena Conradi (Göttingen) ausführte.

Und was wird in Zukunft noch möglich sein? Gockel nannte „Hochaufgelöste Mosaik-Sensoren mit Weißlichtquelle“, „Spektrales Scanning für MSI in hoher Auflösung mit Farbsensor“ oder „Robotik mit 3D-MSI in hoher Auflösung und Echtzeit“. Visionen, die kompliziert und nach Hightech klingen. Und die die chirurgischen onkologischen Krebsbehandlungen vielleicht schon in wenigen Jahren revolutionieren.

Pressekonferenz „Innovationen in der Chirurgie sollen die Überlebenschance bei Krebs verbessern“

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