Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt im deutschen Gesundheitswesen deutlich an Bedeutung. Laut Bitkom-Befragung stehen 71 % der Bevölkerung dem Einsatz von KI in Diagnostik und Therapie positiv gegenüber.Insgesamt 45 % nutzen bereits Chatbots wie ChatGPT zur Klärung von Symptomen oder allgemeinen Gesundheitsfragen; 55 % dieser Nutzer vertrauen den gegebenen Antworten. Jeder Zehnte nutzt solche Systeme häufig. Insgesamt 50 % verstehen ihre Symptome mit KI besser als mit klassischer Online-Suche, und 30 % empfinden Chatbots als ähnlich wertvoll wie eine ärztliche Zweitmeinung. Gleichzeitig haben 39 % Unsicherheiten, wie viele Gesundheitsdaten sie KI-Systemen anvertrauen sollen.
Die Erwartungen an KI im klinischen Einsatz sind hoch: Insgesamt 74 % halten KI für sinnvoll zur Einholung einer Zweitmeinung, 72 % für Unterstützung bei Diagnosen und Therapieempfehlungen. Für die Früherkennung von z. B. onkologischen Krankheiten sehen 64 % Potential, 59 % für die Analyse radiologischer Bildgebung. Auch organisatorische Anwendungen werden geschätzt (56 %), während 43 % spezifische medizinische Chatbots als hilfreich einordnen. Bedenken bestehen vor allem beim Datenmissbrauch (71 %) sowie beim Risiko reduzierter persönlicher Zuwendung (69 %). 56 % fürchten Fehlentscheidungen durch KI, 21 % die mangelnde Nachvollziehbarkeit von KI-Entscheidungen.
Parallel treibt die Digitalisierung des Gesundheitssystems die Nutzung patientennaher Anwendungen voran. 73 % der Smartphone-Nutzenden verwenden Gesundheits- oder Fitness-Apps, oft mit positiven Effekten: 64 % fühlen sich dadurch gesünder, 60 % bewegen sich mehr, 36 % berichten über Gewichtsreduktion. Gleichzeitig erleben 14 % durch solche Apps Druck.
Mit Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) im Opt-out-Verfahren haben rund 70 Mio. gesetzlich Versicherte automatisch eine ePA erhalten; etwa 4 Mio. haben diese aktiv freigeschaltet. 62 % wünschen einen persönlichen digitalen Zugriff. Vorteile sehen viele in der verbesserten Datenverfügbarkeit (76 %), dem erleichterten Zugang zu Befunden (67 %) und der Reduktion von Doppeluntersuchungen (62 %). Herausforderungen bleiben bei digital weniger affinen Gruppen (63 %) sowie bei wahrgenommener Komplexität der ePA-Nutzung.
Pressemitteilung „Dr. KI: Wenn der Chatbot zum medizinischen Ratgeber wird“. Digitalverband Bitkom, Berlin, 20.11.2025 (https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Dr-KI-Chatbot-medizinischer-Ratgeber).