Beim Wechsel auf ein Biosimilar spielt nicht nur die pharmakologische Vergleichbarkeit eine Rolle, sondern auch die Erwartung der Erkrankten. Negative Erwartungen können einen Nocebo-Effekt auslösen: Die Wirksamkeit wird subjektiv geringer erlebt, während Nebenwirkungen häufiger berichtet werden – auch ohne objektive Verschlechterung.
In der Dermatologie sind bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Psoriasis oder atopischer Dermatitis Therapieadhärenz und Vertrauen zentrale Erfolgsfaktoren. Entscheidend ist daher ein gezieltes Erwartungsmanagement: Die Umstellung auf ein Biosimilar sollte transparent, empathisch und positiv gerahmt erläutert werden. Formulierungen, die Gleichwertigkeit, klinische Erfahrung und den therapeutischen Nutzen betonen, können Nocebo-Reaktionen reduzieren. Für die dermatologische Praxis bedeutet das: Gute Arzt-Patienten-Kommunikation ist kein „weicher“ Faktor, sondern ein relevanter Bestandteil des Behandlungserfolgs.
Firmen-Symposium Celltrion Healthcare Deutschland GmbH, Vortrag Prof. Dr. Manfred Schedlowski (Essen)