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Kongress-Ticker

Lebensqualität bei Psoriasis

Warum erscheinungsfreie Haut allein nicht genügt

Dr. rer. nat. Reinhard Merz

5.5.2026

Die Therapiemöglichkeiten bei Psoriasis haben sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt. Dennoch stellt sich zunehmend die Frage, ob klinische Wirksamkeit allein ausreicht, um das eigentliche Therapieziel zu beschreiben. Die POSITIVE-Studie ging dieser Frage nach.

Die Kasuistik eines jungen Mannes mit seit der Kindheit bestehender schwerer Kopfhaut-Psoriasis führte ins Thema ein. Trotz späterer klinischer Remission unter einer hochwirksamen Systemtherapie blieb seine soziale Isolation bestehen: Rückzug, keine Beziehungen, kaum Teilhabe am Alltag.

Damit rückt ein Perspektivwechsel in den Fokus: weg von einer patientenzentrierten Betrachtung der Erkrankung, hin zu einer menschenzentrierten Sicht, die der Frage nachgeht, was für den betroffenen Menschen tatsächlich relevant ist. Die WHO-Definition von Gesundheit ist hierfür zentral: Gesundheit ist nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern ein Zustand vollständigen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens.

Vor diesem Hintergrund greift die alleinige Erfassung krankheitsbezogener Belastung zu kurz. Der Dermatology Life Quality Index (DLQI) bildet wichtige negative Auswirkungen der Erkrankung ab, ­erfasst jedoch nicht, ob Erkrankte auch positive Dimensionen von Wohlbefinden zurückgewinnen.

Diese Lücke wurde anhand der POSITIVE-Studie hervorgehoben. Sie untersuchte diesen Ansatz bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis unter Tildrakizumab im Versorgungsalltag. Ein zentrales Instrument ist der WHO-5 Well-Being Index. Dieser Fragebogen erfasst positive gesundheitsbezogene Aspekte wie gute Stimmung, Ruhe, Vitalität, Erholung und das Erleben eines interessanten, sinnerfüllten Lebens.

Deutliche Besserung unter Tildrakizumab

Nach den präsentierten Daten zeigte sich unter Tildrakizumab bereits ab Woche 16 ein deutlicher Anstieg des WHO-5-Scores. Besonders bemerkenswert war die Einordnung der Werte in den Kontext der Allgemeinbevölkerung: Ausgehend von einem niedrigen Ausgangsniveau erreichten die Patienten und Patientinnen im Verlauf Werte, die sich dem europäischen Durchschnitt annäherten. Damit wird ein Therapieziel sichtbar, das über Hautbefunde hinausgeht: die Wiederherstellung von Normalität im Erleben des Alltags. Begleitet wurde diese Entwicklung von Verbesserungen klassischer patientenberichteter Parameter wie Juckreiz, Schmerz, Fatigue, Gelenkbeschwerden und DLQI sowie einer hohen Behandlungszufriedenheit. Die krankheitsbedingte Belastung des sozialen Umfelds nahm im Studienverlauf ab. Damit wird deutlich, dass Psoriasis nicht nur eine individuelle, sondern häufig auch eine relationale Erkrankung ist, die Partnerschaft, Familie und soziales Leben mitprägt.

Die zentrale Botschaft lautet daher: Moderne Psoriasis-Therapien sollten nicht ausschließlich an PASI, PGA oder DLQI gemessen werden. Diese Parameter bleiben essenziell, reichen jedoch allein nicht aus, um den Therapieerfolg umfassend abzubilden. Entscheidend ist, ob die Behandlung dazu beiträgt, dass Menschen wieder am Leben teilnehmen, sich wohler fühlen und Normalität zurückgewinnen.

Firmen-Symposium Almirall Hermal GmbH, Vortrag Prof. Dr. med. Marthe-Lisa Schaarschmidt (Mannheim)

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