Rund 10 % der Frauen, aber nur 1 % der Männer erkranken an einem Lipödem, einer hormonell beeinflussten, entzündlichen und chronisch progredienten Krankheit, deren Pathogenese nicht völlig klar ist. Sie geht einher mit einer symmetrischen, disproportionalen Vermehrung des Fettgewebes, vor allem an den Extremitäten, jedoch nicht an Händen und Füßen. Die betroffenen Bereiche sind spontan und unter Druck schmerzempfindlich.
Patientinnen bzw. Patienten sollten früh an spezialisierten Zentren mit interdisziplinärer Expertise versorgt werden, forderte Prof. Dr. med. Claudia Eberle (Fulda). Menschen, die neben dem Lipödem auch einen Diabetes entwickeln, stehen unter einem besonderen Leidensdruck, denn die beiden Erkrankungen beeinflussen sich gegenseitig, berichtete Kathi Korn (Walldorf), Botschafterin für Menschen mit Diabetes.
Denn der Insulinbedarf steige mit der Zahl der erkrankten Fettzellen und das Insulin wirke schlechter und langsamer, wenn es in verändertes Gewebe gespritzt werde, was kaum erträgliche Schmerzen bereiten könne. Für sie selbst sei eine Liposuktion eine lebensverändernde Therapie gewesen, berichtete Korn. Die Kombination aus Lipödem und Diabetes müsse als medizinische Indikation für eine Liposuktion anerkannt werden, forderte sie aus diesem Grund.