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Kongress-Ticker

Typ-2-Diabetes und Niereninsuffizienz

Wie GLP-1-RezeptorAgonisten die Nieren schützen

16.7.2026

Eine gefürchtete Folgeerkrankung bei Diabetes ist die schleichende Niereninsuffizienz bis hin zur Dialyse-Pflichtigkeit. Mit GLP-1-Rezeptoragonisten kann diese Entwicklung verzögert werden. Eine Studie lieferte Hinweise darauf, welche Mechanismen dabei zum Tragen kommen.

Die meisten Menschen mit Typ-2-Diabetes (T2D) entwickeln im Verlauf eine Niereninsuffizienz. Je schneller die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) sinkt und die Albuminurie zunimmt, desto eher droht die Dialyse, erläuterte Prof. Dr. med. Roland E. Schmieder (Erlangen). Dieser Entwicklung kann Einhalt geboten werden. Das belegt die FLOW-Studie, in der bei 3 533 Menschen mit T2D und chronischer Nierenerkrankung (CKD) untersucht wurde, ob Semaglutid 1,0 mg (1 × Woche) das Voranschreiten der CKD verzögert sowie das Risiko einer renalen und kardiovaskulären Mortalität senkt. Und tatsächlich: Mit dem GLP-1-Analogon war das Risiko für schwere Nierenereignisse versus Placebo um 24 % reduziert. Der jährliche Abfall der eGFR konnte in der Verumgruppe um durchschnittlich 1,16 ml/min/1,73 m2 verlangsamt werden. Das Gesamtmortalitätsrisiko sank um 20 % im Vergleich zu Placebo, die Mortalität an ­kardiovaskulären Ereignissen um 18 %. [1]

Welche Mechanismen liegen dieser Wirkung zugrunde? Wie Schmieder berichtete, gibt die REMODEL-Studie erste Hinweise darauf [2]. Es wurden 106 Erwachsene mit T2D und eingeschränkter Nierenfunktion 2 : 1 randomisiert auf Semaglutid 1,0 mg (1 × Woche) oder Placebo für 52 Wochen. Eine Untergruppe wurde einer gepaarten Nierenbiopsie für eine histologische Untersuchung und eine Transkriptomik unterzogen.

Die Ergebnisse:

  • Verbesserung der glomerulären Hämodynamik: Die Behandlungseffekte umfassten für Semaglutid ­versus Placebo einen 40 % niedrigeren Urin-­Albumin-Kreatinin-Quotienten sowie eine um 12 ml/min höhere Kreatinin-Clearance.
  • Stabilisierung der kortikalen Nierenfibrose: In der Biopsie-Gruppe (n = 33) verringerte sich der arterioläre intimale Bereich des am stärksten erkrankten Gefäßes um 10 %.
  • Es gab eine Herunterregulation der Expression von Genen, die mit metabolischem Stress und Fibro-inflammatorischen Prozessen im glomerulären Endothel verbunden sind.
  • Fettreduktion in und um die Nieren: Das Fettvolumen der perirenalen und im Nierenhilus nahm um 25 % bzw. 13 % ab, und der kortikale scheinbare Diffusionskoeffizient stieg.

Fettgewebe hat im Nierenhilus nichts zu suchen

Hierzu meinte Schmieder, dass peripheres Fettgewebe an den Nieren als Schutz vor Druck und Kälte diene, zentral im Nierenhilus aber „nichts zu suchen habe“. Generell stehe überschüssiges Fett innerhalb und rund um die Nieren mit metabolischem Stress und mechanischer Kompression im Zusammenhang. Dies könne den Gefäßwiderstand erhöhen, den Blutfluss in den Nieren beeinträchtigen und lokale Entzündungen fördern, so Schmieder.

  1. Perkovic V et al., N Engl J Med 2024; 391: 109–21 (+Suppl.). doi: 10.1056/NEJMoa2403347
  2. Tuttle K et al., J Am Soc Nephrol 2025; 36(10S): 10.1681/ASN.2025fdqxb4qe

Symposium „Tatort Inflammation: Spurensuche im Körper“ (Veranstalter: Novo Nordisk Pharma GmbH)

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