Als Stiff-Person-Syndrom (SPS) wird eine seltene neurologische (Autoimmun-)Erkrankung bezeichnet, die durch eine generalisierte Tonuserhöhung der Muskulatur gekennzeichnet ist.
Sie kann u. a. paraneoplastisch auftreten. Auf die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit und das Hinterfragen vermeintlich offensichtlicher Befundzuordnungen wies die Internistin Dr. med. Isabel Rimmele (Esslingen) hin. Durch eine diabetologische Reevaluation konnte einer 54-Jährigen mit Typ-2-Diabetes geholfen werden, die 4 Jahre mit der Diagnose „phobische Gangstörung“ behandelt worden war und mittlerweile nur noch am Rollator laufen konnte. Ihr SPS äußerte sich in schmerzhaften Muskelkrämpfen und Steifheit, unsicherem Gang und verkrümmtem Rücken. Ihre Anti-GAD-Antikörper (AK) lagen bei > 2 000 IE/ml, das C-Peptid mit dem C/G-Quotienten von 9,4 bei 1,4 ng/ml (entspricht einer grenzwertig normalen Insulinproduktion mit -resistenz). Rimmele erinnerte daran, dass Anti-GAD-AK nicht nur für Typ-1-Diabetes sprechen und bei neurologischen Symptomen auch an ein SPS gedacht werden sollte.
Poster P11.07 (I. Rimmele)