Ist das Dünndarmmikrobiom an der Entstehung und Ausprägung von Typ-2-Diabetes (T2D) beteiligt? An die Beantwortung dieser Frage tastet sich die Doktorandin Amel Makour (Tübingen) heran und präsentierte vorläufige Ergebnisse:
In der Jejunalflüssigkeit von schwer adipösen Menschen mit T2D des Risikoclusters SIRD (schwere Insulinresistenz, hohes Risiko für Nieren-/Herzkrankheit) tummeln sich offenbar in besonderem Maße Bakterien der Gattungen Streptococcus und Azotobacter. Insgesamt habe man eine höhere Bakteriendichte, aber verringerte Diversität bei Menschen mit T2D im Vergleich zu jenen mit normalen Glucosewerten gefunden, v. a. aber bei SIRD. Bei Pilzen und Archaea (früher „Urbakterien“) fanden sich keine Auffälligkeiten.
Des Weiteren berichtete Makour von einer Hochregulation des Methylglyoxal(MG)-Abbaus bei Prädiabetes, aber nicht bei T2D. Der Abbau der essenziellen Aminosäure L-Threonin durch Bakterien trägt zur Produktion von MG bei, einem toxischen Stoff, der mit Glucoseintoleranz und T2D in Verbindung steht. (Reyaz A et al., Diabetes Metab Disord 2020; 9 : 515– 21). Die Proben stammen aus Jejunumpräparaten von 627 Personen, die sich einer bariatrischen Operation und Phänotypisierung unterzogen haben.
Symposium „Das Exposom und Diabetes“