BRCA1/2-Mutationsträgerinnen stehen häufig bereits im jungen Erwachsenenalter vor komplexen reproduktionsmedizinischen Entscheidungen. Da die Diagnose oft in die reproduktive Lebensphase fällt, sollte Fertilität frühzeitig adressiert werden.
Bei BRCA-Trägerinnen finden sich Hinweise auf eine reduzierte ovarielle Reserve. Als biologisch plausibler Mechanismus gilt eine eingeschränkte DNA-Reparatur mit vermehrter Oozytenschädigung. Daraus folgt: Die fruchtbare Phase kann früher enden.
Von einer Schwangerschaft nach Mammakarzinom sollte bei stabiler onkologischer Situation nicht abgeraten werden. Auch eine ovarielle Stimulation mit Clomifen oder Gonadotropinen sowie ART zeigten nach aktueller Datenlage keinen negativen Einfluss auf Gesamt- oder krankheitsfreies Überleben.
Eine hormonelle Kontrazeption senkt das Ovarialkarzinomrisiko konsistent um etwa 40–50 %, kann aber das Mammakarzinomrisiko geringfügig erhöhen. Entscheidend bleibt die individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung ohne schematisches „richtig“ oder „falsch“.
Vortrag Prof. Dr. med. Nina Rogenhofer (München)