Beim frühen HR+/HER2− Mammakarzinom bleibt die endokrine Therapie der zentrale therapeutische Baustein. Prof. Dr. med. Andreas Hartkopf (Tübingen) erinnerte daran, dass der Hormonrezeptorstatus im Grunde der „perfekte Biomarker“ für diese Behandlung ist: Alles Weitere ergänzt diese Basis, ersetzt sie aber nicht.
In der Prämenopause richtet sich die Intensität nach dem Rezidivrisiko. Bei niedrigem Risiko bleibt Tamoxifen über 5 Jahre Standard. Bei erhöhtem Risiko kommen ovarielle Funktionssuppression und ggf. ein Aromatasehemmer hinzu. Besonders junge Patientinnen mit nodal-positiver oder biologisch aggressiver Erkrankung können von dieser Eskalation profitieren. In der Postmenopause wird meist primär ein Aromatasehemmer eingesetzt; bei Unverträglichkeit kann auf Tamoxifen deeskaliert werden.
Zunehmend relevant ist die endokrin-basierte Therapie. Olaparib ist bei gBRCA1/2-mutierten Hochrisikopatientinnen nach den Kriterien der OlympiA-Studie eine Option. CDK4/6-Inhibitoren erweitern das Spektrum: Abemaciclib wird über 2 Jahre bei Hochrisikokonstellation eingesetzt, Ribociclib über 3 Jahre auch in breiter definierten Risikogruppen.
Ein zentrales Praxisproblem bleibt die Adhärenz. Registerdaten zeigen, dass die regelmäßige Rezepteinlösung im Verlauf deutlich abnimmt – mit klinischer Relevanz für das Rezidivrisiko. Deshalb müsse Nebenwirkungsmanagement Teil der Therapie sein.
Vortrag Prof. Dr. med. Andreas Hartkopf