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Kongress-Ticker

Thromboseprophylaxe

Moderne Gerinnungshemmer im Vergleich: Ähnliche wirksamkeit, aber unterschiede im Blutungsrisiko

17.7.2026

Bei der Sicherheit haben sich die oralen Gerinnungshemmer bei Thromboembolien bewährt, die nicht auf dem Vitamin-K-Antagonismus beruhen. Ein Head-to-Head-Vergleich untersuchte, welche Substanz die Gratwanderung zwischen Blutungsrisiko und Thromboseprophylaxe besser hinbekommt.

Um bei venösen Thromboembolien (VTE) Rezidive zu verhindern, werden heutzutage langfristig nicht Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulanzien (NOAKs) eingesetzt – am häufigsten die direkten Faktor-Xa-Inhibitoren Rivaroxaban und Apixaban. Doch welcher dieser Gerinnungshemmer die Gratwanderung zwischen Blutungsrisiko und Thromboseverhütung besser bewältigt, konnte bisher nur indirekt aus Daten des medizinischen Versorgungsalltags geschlossen werden. Nun liegt ein direkter Vergleich der beiden NOAKs vor [1]. Prof. Dr. med. Florian Langer (Hamburg) stellte die Daten der randomisierten, Endpunkt-verblindeten Studie COBRRA vor: Insgesamt 2 760 Patienten und Patientinnen mit akuter symptomatischer Lungenembolie (LE) und/oder proximaler tiefer Venenthrombose erhielten über 3 Monate entweder Apixaban oder Rivaroxaban.

Ergebnis: Hinsichtlich der Wirksamkeit lagen die beiden NOAKs etwa gleichauf. VTE-Rezidive wurden unter Apixaban bei 15 Patienten bzw. Patientinnen (1,1 %) und unter Rivaroxaban bei 14 (1,0 %) beobachtet (relatives Risiko [RR] 1,08; 95%-KI 0,52–2,23).

Beim Blutungsrisiko gab es allerdings einen deutlichen Unterschied: Eine klinisch relevante Blutung trat innerhalb des Beobachtungszeitraums bei 44 von 1 345 Teilnehmern und Teilnehmerinnen (3,3 %) des Apixaban-Studienarms auf. Im Rivaroxaban-Arm waren es 96 von 1 345 Patienten und Patientinnen (7,1 %). Das entsprach einer Risikoreduktion von 54 % durch Apixaban (RR 0,46; 95%-KI 0,33 – 0,65; p < 0,001).

Unterschiede beim Blutungsrisiko

Bei den Blutungsarten waren Schleimhautblutungen am häufigsten – vor allem vaginal. Nicht überraschend: 2 von 3 Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren haben unter NOAKs verstärkte Menstruationsblutungen mit spürbarem Verlust an Lebensqualität [2]. Ob sich die verschiedenen NOAKs auch hinsichtlich einer verstärkten Menstruationsblutung unterscheiden, wurde anhand des HEMBLED-Registers untersucht. Wie Langer berichtete, wurden 73 Frauen mit akuter VTE entweder mit Apixaban, Rivaroxaban, Edoxaban oder Dabigatran behandelt [3].

Es zeigte sich, dass Rivaroxaban im Vergleich zu Apixaban mit stärkeren Menstruationsblutungen assoziiert war. Auch die Dauer der Menstruation war unter Apixaban mit 5,4 Tagen im Vergleich der NOAKs am kürzesten. Zwischenblutungen traten allerdings häufiger unter Apixaban als unter Rivaroxaban, Edoxaban oder Dabigatran auf.

  1. Castellucci LA et al., N Engl J Med 2026; 394(11): 1051–60
  2. De Jong CMM et al., Blood 2022; 140(16): 1764–73
  3. Lindhoff-Last E et al., Thromb Haemost 2025; a-2724-4458

Symposium „Neues aus der Antikoagulation – und was bedeutet das für die Praxis?“ (Veranstalter: Pfizer Pharma GmbH, Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA)

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