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Kongress-Ticker

Funktionelle Dyspepsie

Die leitliniengemäße Therapie ist multimodal

17.7.2026

Die funktionelle Dyspepsie gehört wie der Reizmagen zu den Erkrankungen der Darm-Hirn-Interaktion. Sie zeichnen sich durch eine multifaktorielle Genese und überlappende Symptome aus. Auf der medikamentösen Ebene können Phytotherapeutika multimodal wirken.

Eine funktionelle Dyspepsie (FD) geht je nach Entität mit Blähungen, früher Sättigung, Übelkeit, Erbrechen und Appetitverlust einher (Postprandial Distress Syndrom) oder mit Oberbauchschmerzen, Magenkrämpfen und epigastrischem Brennen (Epigastric Pain Syndrom). Die FD-Genese sei multifaktoriell und lasse sich über biologische, psychologische und soziale Faktoren erklären, berichtete Prof. Dr. med. Miriam Stengel (Sigmaringen). Jede Therapie müsse daher multimodal erfolgen, sei zunächst probatorisch und zeitlich begrenzt. Die wesentlichen Therapiesäulen seien: Lebensstil- und Ernährungsinterventionen, Psychoedukation und schließlich Medikation.

Zunächst müsse eine Besiedelung/Infektion durch Helicobacter pylori ausgeschlossen oder behandelt werden, Differenzialdiagnosen sind auszuschließen. Persistieren die Beschwerden, sollten leitliniengemäß Lebensstil und Ernährung angepasst werden. Lebensstilinterventionen seien die beste Therapie – allerdings oft schwer umzusetzen. Gute Evidenz gebe es für die kognitive Verhaltenstherapie. Hilfreich in der Ernährungstherapie seien oft kleinere Mahlzeiten und Verzicht auf fettreiche Speisen. Die FD-Trigger seien individuell sehr unterschiedlich und sie zu finden, sei aufwendig. Die Low-FODMAP-Therapie (Reduktion schlecht resorbierbarer, fermentierbarer Kohlenhydrate und Zuckeralkohole) habe einen kleineren Stellen­wert als beim Reizdarm.

Protonenpumpeninhibitoren (PPI) könnten eingesetzt werden, sofern Sodbrennen und Regurgitation als Symptome im Vordergrund stehen. Prokinetika funktionierten häufig anfänglich, sie seien in der Praxis jedoch höchstens eine Woche anwendbar oder off-lable. Neuromodulatoren (niedrigdosierte Antidepressiva) veränderten die Schmerzwahrnehmung. Ihren Einsatz müsse man Betroffenen, die wegen Bauchschmerzen kämen, gut erklären.

First-Line: Phytotherapie

Die Phytotherapeutika STW 5 und STW 5-II sowie eine Kombination aus Pfefferminz- und Kümmelöl können seit 2025 leitliniengemäß als First-Line-Therapien bei FD eingesetzt werden. Sie beeinflussen die Magenfunktion durch Hormonproduktion sowie die Schmerzwahrnehmung, interagieren mit dem Mikrobiom und steigern die Magenentleerung. Unerwünschte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen sowie Bauchschmerzen seien selten und selbstlimitierend, berichtete Stengel. Das Phytotherapeutikum STW 5 (Classic und Advance) sei eine evidenzbelegte Multi-Target-Therapie mit 7 wichtigen Wirkungsmechanismen, die auch bei Reizdarm wirken:

  • Hemmung der Säureproduktion im Magen
  • positiver Einfluss auf die viszerale Hypersensitivität
  • Motilitätsregulation
  • entkrampfende Wirkung im Darm
  • Entzündungshemmung
  • Sekretionsmodulation
  • Zellschutz

Virtuelle Fachpressekonferenz „Die aktuellen Leitlinien für funktionelle Dyspepsie und Reizdarmsyndrom in der Praxis“ (Veranstalter: Bayer Vital GmbH)

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