Das kardiometabolische Kontinuum beschreibt ein progredientes Syndrom, das mit Übergewicht und Adipositas beginnt und in mikro- und makrovaskuläre Folgekomplikationen mündet [1]. Dem gilt es früh entgegenzuwirken, etwa mit einer GIP/GLP-1-Rezeptoragonisten-Therapie in Kombination mit Allgemeinmaßnahmen.
In Deutschland ist ein Fünftel der Erwachsenen adipös, kardiovaskuläre Krankheiten sind die häufigste Todesursache. Adipositas ist eine chronische Erkrankung, deren Ursache eine Fehlregulation von Hunger und Sättigung im Gehirn ist, wie PD Dr. med. Tim Hollstein (Kiel) berichtet hat. „Wir müssen Adipositas proaktiv behandeln, um schwere Komplikationen zu verhindern“, so der Endokrinologe. Die Therapie mit Tirzepatid, ein Rezeptoragonist (RA) des GIP (Glucose-dependent Insulinotropic Polypeptide) und des GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1), ist eine hochwirksame Option für Gewichtsmanagement und Diabetestherapie. „Tirzepatid reduziert Adipositas-Komplikationen wie Prädiabetes und obstruktive Schlafapnoe und übertrifft in der Gewichtsabnahme andere Medikamente wie Semaglutid“, sagte Hollstein. In der SURMOUNT-1-Studie führte die Gabe dieses GIP/GLP-1-RA (15 mg/Wo) zum Gewichtsverlust von im Mittel 22,5 % nach 72 Wochen bei kalorienreduzierter Ernährung und erhöhter körperlicher Aktivität.
Adipositas als Treiber des Typ-2-Diabetes
Starkes Übergewicht ist ein zentraler Risikofaktor für die Entstehung und Progression des Typ-2-Diabetes. Nationale und internationale Leitlinien zum Typ-2-Diabetes empfehlen eine frühzeitige Therapie, die insbesondere bei Übergewicht oder Adipositas das Gewichtsmanagement in den Vordergrund stellt [2,3]. Tirzepatid besitzt aufgrund seiner GIP-Aktivität im Vergleich zu reinen GLP-1-RA zusätzliche positive Effekte, die sich auch in einer überlegenen Verbesserung der Insulinsensitivität zeigen. „Diese Therapie führte postprandial zu einer verbesserten Aufnahme von Glucose und Fettsäuren in das Fettgewebe und trägt so verglichen mit GLP-1-RA zu einem stärkeren glucosesenkenden Effekt bei“, erläuterte PD Dr. Martin Füchtenbusch (München). Er wies auf den Einsatz von Tirzepatid bereits in der Frühphase des Typ-2-Diabetes hin, was zu einer signifikant besseren Blutzuckerkontrolle führe als nur eine bestmögliche konventionelle Therapie. Außerdem würden das Körpergewicht ebenso wie kardiovaskuläre Risikofaktoren und der gesamte Insulinmetabolismus positiv beeinflusst. Seinen Worten zufolge könnte Tirzepatid durch diese Effekte einen anhaltenden Gesundheitsnutzen erzeugen (Legacy-Effekt).
Langzeitstudien belegen, dass der GIP/GLP-1-RA das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse bei Patientinnen und Patienten mit bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung reduziert, die Gesamtmortalität senkt und die Herzfunktion verbessert. Es wirkt tief in die pathophysiologischen Mechanismen ein, was langfristig die Risiken für Herzinsuffizienz und andere Komplikationen mindert [4].
Pressekonferenz „Das ABC der kardiometabolischen Gesundheit: Was kann Mounjaro® leisten“ (Veranstalter: Lilly Deutschland GmbH), März 2026