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Dermatologie

Gezielte IL-13-Inhibition bei atopischer Dermatitis

Lebrikizumab bei AD im Gesichts- und Halsbereich

5.3.2026

Aktuelle Evidenz zeigt, dass die selektive IL-13-Inhibition mit Lebrikizumab eine effektive und gut verträgliche Therapieoption für Patienten und Patientinnen mit moderater bis schwerer AD darstellt, insbesondere bei Beteiligung des Gesichts- und Halsbereichs.

Die atopische Dermatitis (AD) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit hoher Krankheitslast, insbesondere bei Beteiligung sichtbarer Areale wie Gesicht und Hals. Diese Lokalisationen sind nicht nur therapeutisch herausfordernd, sondern auch mit einer ausgeprägten Beeinträchtigung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität assoziiert [1]. Pathophysiologisch spielt Interleukin-13 (IL-13) eine zentrale ­Rolle im Entzündungsgeschehen der AD, sowohl in läsionaler als auch in nicht-läsionaler Haut. Eine Über­expression von IL-13 ist mit Störungen der epidermalen Barriere, erhöhter Infektanfälligkeit, persistierender Entzündung und Pruritus verbunden [2,3].

Vor diesem Hintergrund stellt der IL-13-Signalweg ein attraktives therapeutisches Target dar. Lebrikizumab (Ebglyss®) ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der mit hoher Affinität selektiv an IL-13 bindet und dessen Signalübertragung inhibiert, ohne die physiologische Regulation über den Decoy-Rezeptor IL-13Rα2 zu beeinträchtigen [4,5]. Im Vergleich zu anderen IL-13-Antikörpern weist Lebrikizumab eine besonders hohe Bindungsaffinität auf, was als möglicher Beitrag zur ausgeprägten klinischen Wirksamkeit diskutiert wird [5].

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Lebrikizumab wurden in den randomisierten Phase-III-Zulassungsstudien ADvocate 1 und 2 untersucht. In diesen ­Studien führte die Monotherapie mit Lebrikizumab 250 mg bei erwachsenen Erkrankten mit moderater bis schwerer AD bis Woche 16 bei 58,8 % bzw. 52,1 % der Behandelten zu einem EASI-75-Ansprechen, verglichen mit Placebo (p < 0,001). Auch das Ansprechen (IGA 0/1) war signifikant verbessert [6]. Parallel zeigte sich eine klinisch relevante Reduktion des Pruritus, mit einer Abnahme des NRS-Scores um ≥ 4 Punkte bei bis zu 45,9 % der Teilnehmenden [6,7].

Besondere klinische Relevanz besitzt die Wirksamkeit von Lebrikizumab im Gesichts- und Halsbereich („Head and Neck Dermatitis“), da etwa 70 % der AD-Erkrankten diese Areale betroffen aufweisen [1]. In Subanalysen der ADvocate-Studien wurde in diesen schwer zu behandelnden Regionen eine Reduktion der Läsionen um bis zu 68,2 % nach 16 Wochen beobachtet, gemessen anhand der prozentualen Verbesserung des EASI-Scores. Zudem erreichte etwa ein Drittel der Patientinnen und Patienten eine vollständige Erscheinungsfreiheit (EASI-100) im Gesichts- und Halsbereich [8]. Klinisch bedeutsam ist auch der frühe Wirkeintrittvon Lebrikizumab. So wurden signifikante Verbesserungen der Beschwerden bereits nach 2 Wochen dokumentiert [8].

Auch bei Betroffenen mit unzureichendem Ansprechen auf eine Vorbehandlung mit Dupilumab ­zeigte Lebrikizumab eine relevante Wirksamkeit. In der Phase-IIIb-Studie ADapt erreichten nach 16 Wochen mehr als die Hälfte der vorbehandelten Personen mit Gesichtsbeteiligung eine erscheinungsfreie oder nahezu erscheinungsfreie Haut, mit anhaltendem Effekt über die Induktionsphase ­hinaus [9]. Diese Daten unterstreichen den Stellenwert von Lebrikizumab als Therapieoption auch in sequenziellen Behandlungskonzepten. Das ­Sicherheitsprofil von Lebrikizumab erwies sich in den klinischen Studien als günstig und vergleichbar mit Placebo. Langzeitdaten aus der offenen Verlängerungsstudie ADjoin zeigen zudem eine stabile Wirksamkeit über bis zu 3 Jahren, mit einem anhaltenden EASI-75-Ansprechen bei über 90 % der kontinuierlich behandelten Teilnehmenden [10]. Die Kombination aus frühem Wirkeintritt, ausgeprägter Wirksamkeit in sensiblen Arealen und stabiler Langzeitkontrolle adressiert einen bislang ungedeckten therapeutischen Bedarf.

  1. Yew YW et al. J Am Acad Dermatol 2019; 80: 390-401
  2. Tsoi LC et al. J Invest Dermatol 2019; 139: 1480-9
  3. Napolitano M et al. Front Med 2023; 10: 1165098
  4. Guttman-Yassky E et al. JAMA Dermatol. 2020; 156: 411-20
  5. Okragly AJ et al. Dermatol Ther (Heidelb) 2023; 13: 1535-47
  6. Silverberg JI et al. N Engl J Med 2023; 388: 1080-91.
  7. Simpson EL et al. Dermatol Ther (Heidelb) 2024; 14: 1145-60
  8. Yosipovitch G et al. Br J Dermato 2025; 190: 289-291
  9. Silverberg J et al. Poster präsentiert bei Fall Clinical 2024
  10. Thaçi D et al. Poster präsentiert bei EADV 2024
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