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Abrechnung

Unspezifische Magen-Darm-Beschwerden

Diagnose und Management

Dr. med. Dr. rer. nat. Peter Schlüter

17.11.2020

Magen-Darm-Beschwerden können immer ein Alarmsignal darstellen. Vor allem bei älteren ­Patienten ist eine strukturelle Erkrankung (z. B. Karzinom oder chronische Erkrankung) ­auszuschließen. Fehlen Alarmsymptome, so stecken oft funktionelle Störungen dahinter, deren Abklärung in Stufen erfolgen sollte.

Die differenzialdiagnostische Palette ist bei diesen Symptomen groß. So werden zum Beispiel Nahrungsmittelunverträglichkeiten (NMU) häufig als Ursache für Durchfälle, Verstopfung und andere unspezifische Symptome angegeben. Einen Zusam­menhang zwischen aufgenommenen Nahrungsmitteln und geschilderten Beschwerden zu sichern, ist aber meist schwierig, da es sich um generelle Symptome handelt, die durch viele Ursachen bedingt sein können.

Unspezifische Symptome:

• Sodbrennen, Aufstoßen

• Durchfall, Verstopfung

• Blähungen, Distension, Flatulenz

• Schmerzen

Differenzialdiagnostisch ist es natürlich wichtig, Alarmsymptome auszuschließen, die auf eine maligne Erkrankung oder eine chronische Entzündung hinweisen können. An der breit gefächerten differenzialdiagnostischen Abklärung orientiert sich letztendlich auch die Abrechnung.



DER FALL: Diffuse Bauchschmerzen mit Übelkeit

Ein übergewichtiger Patient (183 cm, 98 kg), 47 Jahre alt, stellt sich in der Sprechstunde vor. Er klagt über seit einigen Wochen bestehende diffuse Bauchschmerzen. Aktuell verspüre er seit gestern Übelkeit, mit verstärktem Aufstoßen und auch Erbrechen. Der Stuhlgang sei dünn, zudem habe er Oberbauchschmerzen. Bei der Untersuchung des Abdomens zeigen sich verstärkte Darmgeräusche, die Bauchdecke ist weich, keine tastbaren Resistenzen. Im epigastrischen Winkel ein leichter Druckschmerz. Der Leberunterrand ist derb und glatt tastbar. Zur Diagnosesicherung wird dem Patienten Blut abgenommen und eine Oberbauchsonografie durchgeführt.

Die Laboruntersuchung ergab keine pathologischen Auffälligkeiten. Auch die Sonografie zeigte keinen pathologischen Befund. Insgesamt ist aufgrund der Untersuchungsergebnisse von einer Gastroenteritis auszugehen. Der Patient wurde eine Stunde später wieder einbestellt um die Laborergebnisse und das weitere therapeutische Vorgehen und vor allem eine entsprechende Ernährungsumstellung zu besprechen. Danach wurde mit dem Patienten ein Kontrolltermin in vier Tagen vereinbart.

Erste und zweite Konsultation sind jeweils mit der Uhrzeitangabe zu versehen, damit erkennbar wird, dass es sich um zwei getrennte Konsultationen handelt. Nach vier Tagen stellte sich der Patient vereinbarungsgemäß zur Kontrolluntersuchung nochmals vor. Die besprochenen therapeutischen Maßnahmen sowie die Ernährungsumstellung haben sofortigen Erfolg gezeigt. Die Magenbeschwerden seinen fast vollkommen verschwunden. Der typische epigastrische Druckschmerz zeigte sich bei der Untersuchung nicht mehr. Mit dem Patienten wurde die Änderung seiner Ernährungsgewohnheiten ausführlich erörtert. Abschließend erhielt er noch einen schriftlichen Ernährungsplan, der ihn bei der Umstellung der Ernährung unterstützen sollte.

Der Autor

Dr. med. Dr. rer. nat. Peter Schlüter
Arzt für Allgemeinmedizin
Arzt für Naturheilverfahren
76684 Tiefenbach
schlueter@vital-arzt-praxis.de
www.vital-arzt-praxis.de

Dr. Dr. Peter Schlüter ist promo­vierter Naturwissenschaftler und ­Mediziner. Seit 1982 ist er als Arzt für Allgemein­medizin mit betriebs­­wirtschaftlich ­opti­mierter Praxis nieder­gelassen. Als Berater zu allen ­Fragen der Praxisorganisation, Praxis­manage­­ment und ­Abrechnung ist er seit 1987 tätig.

Bildnachweis: privat

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