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Dermatologie

Dermatologie für die hausärztliche Praxis

Kennen Sie die Optionen bei Aktinischer Keratose?

4.8.2026

Eine aktinische Keratose kommt, um zu bleiben. Speziell für die hausärztliche Praxis nützliches Wissen dazu war eines der Themen bei einer dermatologischen Livestream-Fortbildung mit namhaften Vortragenden. Nicht allzu oft wird Derartiges so kurzweilig und informativ angeboten. Es gäbe noch viel mehr zu erzählen …

Die Lust am Sonnenbaden folgt einer Art Schweinezyklus. War das Sonnen bis hin zur Hautverbrennung in der Steinzeit beliebt, um die ubiquitäre Krätze zu bekämpfen, fand man später jahrhundertelang die „vornehme Blässe“ sexy. Nachdem sich in den 1980er- und 90er-Jahren an Stränden und in Solarien geräkelt wurde, zwingen die zunehmende Aggressivität der Sonne und die wachsende Erkenntnis über die Folgen der ultravioletten (UV) Strahlung zur Vorsicht. „Seit den 1980er-Jahren haben wir einen Inzidenzanstieg beim hellen Hautkrebs von 500 %, die Melanom-Inzidenz verdoppelt sich alle 10 Jahre“, fasste Prof. Dr. med. Thomas Dirschka (Wuppertal) zusammen. So sei etwa beim Golfen Hautkrebs das größte Gesundheitsrisiko. In einer Studie, für die 351 Golferinnen und Golfer nach einem Spiel untersucht wurden, fand man bei 10,7 % unentdeckten Hautkrebs, 40 % waren von risikobehafteten Hautveränderungen betroffen [1]. Zu Letzteren zählt die aktinische Keratose (AK) [2]. Sie besteht aus atypischen proliferierenden Keratinozyten, der Verhornungsgrad ­variiert. Eine AK solle nicht als Präkanzerose bezeichnet werden, so Dirschka. Man betrachte sie als eine chronische Frühform des Plattenepithelkarzinoms mit steigender Prävalenz und großer klinischer Variabilität. Wann sie invasiv wird, sei nicht vorhersagbar. Der Auslöser ist die langfristige Exposition gegenüber UV-Licht, die Immunseneszenz im Alter trägt zur Entwicklung bei, Hochrisikogruppe sind Immunsupprimierte. Und AK kommen, um zu bleiben. Dirschka: „Wir können sie langzeitkontrollieren, aber es gibt keine definitive Heilung.“

Therapie mit großer Patientenakzeptanz

Therapeutisch gibt es neben mechanisch-destruktiven Verfahren (chirurgisch, Kryo, Laser), die sich aber auf wenige oder Einzelherde beziehen, arzneimittelgestützte topische Verfahren und topische Arzneimittel. Bei großflächigem Auftreten von AK (Feld­kanzeri­sierung) müsse man eine Form der photo­dynami­schen Therapie (PDT) oder topische Arzneien einsetzen, so der Dermatologe/Dermatopathologe. Letztere hätten im Vergleich zur PDT den Vorteil, dass sie einfacher anwendbar seien. Allerdings gebe es auch hier Unterschiede. Während etwa die lokale Chemotherapie mit 5-Fluorouracil oft zu starker schmerzhafter Entzündung führe und Wochen dauere, gehe der Einsatz von Tirbanibulin-Salbe über nur 5 Tage (1x/Tag) mit großer Patientenakzeptanz einher. Der Tubulin-Polymerasehemmer fördert die ­Apoptose bei teilungsaktiven Zellen und ist aktuell in Europa für den Einsatz auf Hautflächen (Kopf, ­Gesicht) bis 25 cm2 zugelassen [3].

  1. del Boz J et al., Actas Dermosifiliogr 2015; 106(1): 51–60
  2. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/032-022OL
  3. Blauvelt A et al., N Engl J Med 2021; 384(6): 512–20

Dermatologischer Fortbildungsabend für Hausärzte (Veran­stalter: Almirall Hermal GmbH, derCampus), Juni 2026

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