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Allgemeinmedizin

Adipositas und Typ-2-Diabetes

So erfolgreich ist höher dosiertes Semaglutid – auch über Gewichtsverlust und Blutzuckersenkung hinaus

11.6.2026

Semaglutid 2,4 mg hat bei Adipositas dazu beigetragen, die therapeutische Lücke zwischen reiner Lebensstilintervention und bariatrischer Op zu schließen. Bei Typ-2-Diabetes kann Semaglutid 1,0 mg mehr als nur Blutzuckersenkung. In beiden Indikationen können in höheren Dosierungen stärkere Effekte erzielt werden.

Erwachsene mit einem Body-Mass-Index von ≥ 30 kg/m² ohne Diabetes verlieren bei einer Adipositastherapie mit der neu zugelassenen Dosierung von 7,2 mg Semaglutid im Schnitt etwa 21 % ihres Ausgangsgewichts. Das belegen die Daten der zulassungsrelevanten STEP-UP-Studie. Ein Drittel der Behandelten erzielte eine Gewichtsreduktion von mindestens 25 %, betonte Prof. Dr. med. Matthias Blüher (Leipzig). Zudem habe eine Sekundäranalyse deutlich gemacht, dass 84 % des mit Semaglutid 7,2 mg abgebauten Körpergewichts Fettgewebe und nur 15 % fettfreie Masse waren – ohne funktionelle Verschlechterung.

Darüber hinaus unterstütze Semaglutid 7,2 mg Menschen mit Adipositas dabei, ihr Essverhalten einschließlich emotionalem Essen und Heißhunger­attacken erfolgreicher zu kontrollieren, so Bühler. Verglichen mit Semaglutid 2,4 mg ging unter der höheren Dosierung beispielsweise der Heißhunger auf Fruchtsäfte sowie salziges und scharfes Essen stärker zurück. Dies stehe im Einklang mit den Ergebnissen der US-amerikanischen INFORM-Umfrage bei Menschen mit Adipositas und Semaglutid-Therapie. Die Befragten gaben an, dass der GLP-1-Rezeptor­agonist (GLP-1-RA) die ständigen Gedanken an Essen (Food Noise) deutlich reduzieren kann. Die Sicherheits- und Verträglichkeitsprofile beider Dosierungen seien ähnlich, nur Dysästhesien mit 7,2 mg etwas öfter aufgetreten, so Blüher.

Kardiovaskulärer Zusatznutzen für Menschen mit Typ-2-Diabetes

Das neu zugelassene Semaglutid 2,0 mg senkte den HbA1c-Wert in Woche 40 der Studie SUSTAIN FORTE um durchschnittlich 2,2 % und das Körpergewicht um bis zu 6,9 kg (1,9 % und 6,0 kg bei Semaglutid 1,0 mg). Die Therapie könne hiermit fortgesetzt ­werden, wenn die 1-mg-Dosis nicht mehr genüge, so Dr. med. Andreas Liebl (Bad Heilbrunn). Sicherheit und Verträglichkeit beider Dosierungen sind ähnlich.

Der Gemeinsame Bundesausschuss bescheinigt Semaglutid als einzigem Inkretinmimetikum einen kardiovaskulären Zusatznutzen. Zudem wird es in den Leitlinien für Menschen mit Typ-2-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung empfohlen und kann als bisher einziges Inkretinmimetikum bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und peripherer arterieller Verschlusskrankheit zu funktionellen Verbesserungen beitragen. Bei Typ-2-Diabetes und kardiovaskulären oder renalen Risiken soll gemäß der Nationalen Versorgungsleitlinie zusätzlich zu Metformin früh ein GLP-1-RA wie Semaglutid eingesetzt werden. Es bewirkt eine stärkere HbA1c- und Gewichtsreduktion als die ebenfalls empfohlenen SGLT2-Hemmer.ish

Virtuelle Fachpressekonferenz „Stärker denn je: Neues zu Semaglutid bei Adipositas und Typ-2-Diabetes“ (Veranstalter: Novo Nordisk Pharma GmbH), März 2026

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