- Anzeige -
Abrechnung

Atopisches Ekzem

Im Spiegel der Abrechnung

Dr. med. Dr. rer. nat. Peter Schlüter

4.2.2021 10:57

Mehr als 3 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Atopie. Häufig tritt sie bereits im Säuglings- oder Kindesalter auf. Bei vielen Menschen verschwinden die Symptome einer Atopie während der Pubertät, einige Patienten sind aber ihr Leben lang von der Krankheit betroffen.

Man unterscheidet zwei Typen der Atopie: den intrinsischen und den extrinsischen Typ. Beim intrinsischen Typ sind die Blutwerte für die IgE-Antikörper normal. Es bildet sich eine leichte Atopie aus, ohne zusätzliche Allergien der Atemwege. Der intrinsische Typ tritt häufiger auf und kann als Vorstufe des extrinsischen angesehen werden. Der extrinsische Typ weist erhöhte Blutwerte der IgE-Antikörper auf. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, auch an Asthma oder Heuschnupfen zu erkranken, hoch. Die gezielte Anamnese ist eine wichtige diagnostische Grundlage bei der Verdachtsdiagnose „Atopisches Ekzem“. Es wurden verschiedene Haupt- und Nebenkriterien aufgestellt, die die Diagnose untermauern bzw. sichern sollen.

Hauptkriterien

• typisches Erscheinungsbild der Haut
• starker Juckreiz
• Prädilektionsstellen

Nebenkriterien

• Sebostase
• Hertoghe-Zeichen (dünnere seitliche Augenbrauen)
• doppelte Lidfalte (Dennie-Morgan-Falte)
• (weißer) Dermographismus

Die Therapie

Besteht hauptsächlich aus der Behandlung der charakteristischen Hautveränderungen. Vor allem die äußerliche Anwendung von Feuchtigkeit gebenden Salben sowie entzündungshemmenden Wirkstoffen.

Fallbeispiel

Der Fall aus der Praxis

Eine 26-jährige Patientin stellt sich wegen ihrer seit Jahren bestehenden Hauterkrankung vor. In den vergangenen Wochen habe der Juckreiz wieder verstärkt zugenommen und die Hauterscheinungen seien auch intensiver geworden. Sie habe schon als Kind Probleme mit der Haut gehabt. In den vergangenen Jahren seien die Hautprobleme jedoch fast vollkommen verschwunden. Seit etwa vier Monaten stelle sie wieder eine verstärkte Reaktion der Haut fest. Vor allem der Juckreiz würde sie belasten, da dieser sie letztendlich auch in der Nacht stört. Anamnestisch lässt sich erfragen, dass die Patientin vor einem halben Jahr den Arbeitsplatz gewechselt hat und seither einer deutlich größeren Belastung wie früher ausgesetzt sei. Sie habe sich auch vor vier Monaten von ihrem Partner getrennt. Sonst sind bei ihr keinerlei Erkrankungen bekannt, an Allergien bestehe eine saisonale Rhinopathie. Medikamenteneinnahme wird verneint (außer einem Kontrazeptivum). Die Patientin wirkt sehr nervös und unausgeglichen. Ein vertiefendes exploratives Gespräch lässt an eine Beeinflussung der Symptomatik durch psychische Faktoren wahrscheinlich erscheinen. Die Patientin selbst ist auch der Meinung, dass die Hauterscheinungen wohl etwas mit ihrer „Psyche zu tun hätten“. Die Patientin wird untersucht, und zur Feststellung möglicher Auslösefaktoren wird eine Allergietestung und eine Blutentnahme zur Abgrenzung verschiedener Stoffwechsel- und Immunerkrankungen durchgeführt.

Zur Soforttherapie wird eine Basispflege der Haut eingeleitet sowie ein topisches Glukokortikoid (Klasse 1 bzw. 2) verordnet. Das Krankheitsbild der Atopie wird mit der Patientin ausführlich erörtert, ebenso wie die Möglichkeiten der Beeinflussung ihrer derzeitigen psychophysischen Situation. Es wird ein Termin zur Besprechung der Untersuchungsergebnisse und zur Kontrolluntersuchung der Hauterscheinungen vereinbart.

Bei der Kontrolluntersuchung berichtet die Patientin darüber, dass die Hauterscheinungen deutlich besser geworden seien, nachdem sie ein klärendes Gespräch mit ihrer Arbeitsgruppe durchgeführt hatte. Damit war der Patientin der Zusammenhang mit der arbeitsplatzbedingten Stressbelastung eindeutig bewusst geworden. Es werden weitere Termine zur Verlaufsbeobachtung und zu weiteren therapeutischen Gesprächen vereinbart.

Der Autor

Dr. med. Dr. rer. nat. Peter Schlüter
Arzt für Allgemeinmedizin
Arzt für Naturheilverfahren
76684 Tiefenbach
schlueter@vital-arzt-praxis.de
www.vital-arzt-praxis.de

Dr. Dr. Peter Schlüter ist promo­vierter Naturwissenschaftler und ­Mediziner. Seit 1982 ist er als Arzt für Allgemein­medizin mit betriebs­­wirtschaftlich ­opti­mierter Praxis nieder­gelassen. Als Berater zu allen ­Fragen der Praxisorganisation, Praxis­manage­­ment und ­Abrechnung ist er seit 1987 tätig.

Bildnachweis: privat

Dieser Inhalt ist Fachkreisen vorbehalten. Bitte authentifizieren Sie sich mittels DocCheck.

Das könnte Sie auch interessieren