„Wo verlieren wir am meisten Zeit“, lautete die zentrale Frage an die Expertenrunde aus drei Fachdisziplinen. Auf dem Weg zur Diagnose waren sich alle einig. Eine frühere Therapie könnte bei rheumatoider Arthritis, Hidradenitis suppurativa oder Osteoporose wertvolle Lebensjahre mit guter Lebensqualität retten.
Bis zur Erstvorstellung beim Rheumatologen vergeht zu viel Zeit, betonte Prof. Dr. med. Xenofon Baraliakos (Herne). Bevor z. B. die Diagnose axiale Spondylarthritis gestellt werden kann, gehen in Deutschland im Schnitt 6 Jahre ins Land. Die Krankheit beginnt bereits im Alter von 23 bis 25 Jahren. Unbehandelt wird der Knochen geschädigt, was die Betroffenen schon in jungen Jahren erheblich in ihrem Bewegungsumfang einschränkt. Frühe Therapie ist also gefragt, auch bei der Psoriasis-Arthritis. Bei ihr wurde in den neuen Leitlinien der Zeitraum, in dem ein Versuch mit NSAR gerechtfertigt ist, inzwischen auf einen Monat verkürzt.
Mit Bimekizumab, dem ersten und einzigen zugelassenen dualen Interleukin(IL)-17A- und IL-17F-Inhibitor, ließ sich eine schnelle und anhaltende Gelenkwirkung über bis zu 3 Jahren erreichen. Das heißt, die Anzahl schmerzhafter und geschwollener Gelenke ging um mindestens 50 % zurück (ACR 50), was sich auch in einer Symptomverbesserung niederschlug. Bei der Therapie mit Certolizumab Pegol – zugelassen u. a. für rheumatoide Arthritis – hob er hervor, dass es auch während der Schwangerschaft eingesetzt werden kann.
Das Hauptproblem, was Zeitverzögerungen bei dermatologischen Erkrankungen angeht, sieht PD Dr. med. Caroline Mann (Mainz) bei der Hidradenitis suppurativa (HS)/Acne inversa. Hier braucht es im Schnitt 7 bis 10 Jahre vom ersten Symptom bis zur Diagnose. Die Betroffenen haben dann schon einen sehr langen Leidensweg hinter sich, zum Teil mit vielen Operationen, die aber in der Regel keinen langfristigen Effekt haben.
Die Patientinnen und Patienten sind in ihrer Lebensqualität enorm eingeschränkt, haben starke Schmerzen und können zum Teil in ihrem Beruf nicht mehr arbeiten. Auch bei HS wirkt Bimekizumab, allerdings braucht man etwas Geduld. Der Effekt steigt über die Jahre kontinuierlich an. In einer Studie waren nach 138 Wochen 50 % der Teilnehmenden symptomfrei, bei 90 % hatten sich die Symptome um 50 % gebessert.
Das Problem bei der Osteoporose: Sie macht anfangs keine Symptome, so lange, bis sich die erste Fraktur ereignet. In erster Linie handelt es sich dabei um Wirbelkörper- und Schenkelhalsfrakturen, erklärte Dr. med. Friederike Thomasius (Frankfurt/Main). Doch auch nach einer Fraktur wird häufig nicht sofort an eine Osteoporose als Ursache gedacht und mit einer Systemtherapie begonnen. „Hier verlieren wir unfassbar viel Zeit“, so die Expertin. Die Folge einer ausbleibenden Behandlung sind chronische Schmerzen, zum Teil verbunden mit Schlafstörungen und Depressionen sowie Folgefrakturen. Eine Sequenztherapie mit Romosozumab, das den Knochenaufbau fördert und den Knochenabbau hemmt, kann das Frakturrisiko effektiv und langfristig senken.

Was haben rheumatoide Arthritis, Hidradenitis suppurtiva und Osteoporose gemeinsam? Bei allen drei Krankheitsbildern vergehen oft Jahre zwischen der Erstvorstellung und der klinischen Diagnose. In allen drei Fällen sind Strategien gefragt, um die Diagnosestellung zu beschleunigen und durch geeignete Therapien, die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Portfolio-Pressekonferenz „Die Zeit ist Jetzt“ der UCB Pharma GmbH, November 2025