- Anzeige -
Allgemeinmedizin

Studien-Update

Ernährungsmedizin

Anton Müller

22.3.2021

Mangelernährung bei CED

Wie steht es um Ernährungszustand und Sarkopenie bei Patienten mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (CED)? Eine Studie mit 344 Patienten zeigte Folgendes: Insgesamt ­waren 5,5 % von ihnen untergewichtig, 9,9 % waren mangelernährt und bei 39,5 % bestand das Risiko einer Mangelernährung. Sarkopenie und wahrscheinliche Sarkopenie wurden bei 41,3 % der Patienten diagnostiziert. Die Gesamtzahl der Krankheitsschübe, die einen Krankenhausaufenthalt erforderten (100 %), war der wichtigste Prädiktor für Sarkopenie, gefolgt von der Gesamtzahl der Krankheitsschübe (80,1 %), dem Index für fettfreie Masse (46,5 %), dem Alter (44,6 %), dem BMI (31,8 %), dem MNA-Score (27,7 %), dem Serumkreatinin (23,6 %), der Einnahme von TNF-α-Inhibitoren (23,3 %) und dem Geschlecht (17,8 %).

{ Fazit Viele CED-Patienten sind mangelernährt oder von Mangelernährung bedroht, und die Rate an Sarkopenie ist hoch. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer Kontrolle des Ernährungsstatus bei ihnen.}

Ünal NG et al., Eur J Gastroenterol Hepatol 2021 Jan 18;doi: 10.1097/MEG.0000000000002044

Pankreatitis und Ernährung

In Untersuchungen, die eine Verbesserung der Fettabsorption bei Pankreasenzym-Ersatztherapie (PERT) zeigten, wurde bislang selten die Auswirkung auf den allgemeinen Ernährungsstatus untersucht. In der vorliegenden Studie wurden nun die Faktoren evaluiert, die für die Persistenz einer Mangelernährung nach/bei einer Pankreasenzym-Ersatztherapie verantwortlich ­­sind. Eingeschlossen waren 377 Patienten mit chronischer Pankreatitis (+ 50 Kontrollen), die in drei Gruppen eingeteilt wurden: regelmäßige PERT (Gruppe A), unregelmäßige PERT (Gruppe B) und keine PERT über drei Monate (Gruppe C); 130 (34,5 %) Patienten waren mangelernährt, von denen 76 (58,5 %) die PERT fortsetzten. Es gab keine Unterschiede in den klinischen und biochemischen Ernährungsmarkern zwischen den Gruppen A, B und C. Das Kaloriendefizit sowie die Aufnahme von Kalorien, Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten unterschieden sich nicht zwischen den Patienten mit und ohne PERT, waren aber bei denjenigen mit Unterernährung signifikant geringer.

{ Fazit Auch wenn eine Enzymersatztherapie bei exokriner Pankreasinsuffizienz wirksam ist, so sind zusätzlich eine personalisierte Ernährungsberatung und -therapie zusammen mit der PERT zwingend erforderlich. }

Arula M et al.,Pancreatology 2020 Dec 3; S1424-3903(20)30860-7, doi: 10.1016/j.pan.2020.11.027

Nahrungsergänzungsmittel bei Bluthochdruck

Ziel einer Studie war die Evaluierung des Zusammenhangs zwischen der Verwendung von Kräutern oder Nahrungsergänzungsmitteln (KNE), der Adhärenz zu verschriebenen Antihypertensiva und dem Blutdruckstatus. Die Befragten wurden entweder als KNE-Nutzer oder als KNE-Nichtnutzer klassifiziert. Abhängig von der Art des verwendeten Nahrungsergänzungsmittels wurden die KNE-­Anwender in drei sich ausschließende Gruppen eingeteilt: KNE-Anwender mit Bluthochdruck, KNE-­Anwender ohne Bluthochdruck und diejenigen, die beide Arten von Nahrungsergänzungsmitteln verwendeten. Die Gesamtprävalenz der KNE-Nutzung betrug 62 %. Zwischen Nicht-KNE-Patienten und KNE-Patienten unterschied sich der aktuelle Medikamentengebrauch nicht signifikant (Chancenverhältnis 1,45; 95%-KI 0,78–2,69). Die Einnahme von KNE für Bluthochdruck war im Vergleich zu keiner Einnahme mit einer Verbesserung des Blutdrucks verbunden (Chancenverhältnis 1,90; 95%-KI 1,07–3,36).

{ Fazit Die Verwendung von KNE beeinträchtigte nicht die Adhärenz und war mit einer verbesserten Blutdruckkontrolle verbunden. }

Nagawa CS et al., J Altern Complement Med 2020 Dec 8; doi: 10.1089/acm.2020.0254

Metabolisches Syndrom und COVID-19-Verlauf

Die Assoziation zwischen metabolischem Syndrom (MetS) und schweren Krankheitsverläufen bei COVID-19-Patienten zu bestimmen, war Ziel einer Studie. Es wurden 1 871 Patienten (medianes Alter 66; Interquartilsabstand [IQR] 54–75; 965 [51,6 %] Männer; medianer BMI 29,4 kg/m2 [IQR 25–5,8]; 573 [30,6 %] Patienten mit MetS) eingeschlossen. Patienten mit MetS hatten eine erhöhte Mortalität, wurden häufiger intensivmedizinisch betreut und bedurften häufiger einer mechanischen Beatmung. Unter den einzelnen Komorbiditäten wies Diabetes eine signifikante Assoziation mit der Mortalität, Aufnahme auf die Intensivstation und der Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung auf.

{ Fazit MetS ist ein besserer prognostischer Indikator für schwere Krankheitsverläufe bei COVID-19-­Patienten als seine einzelnen Komponenten. }

Lohia P et al., J Diabetes 2021; doi: 10.1111/1753-0407.13157

Lesen Sie mehr und loggen Sie sich jetzt mit Ihrem DocCheck-Daten ein.
Der weitere Inhalt ist Fachkreisen vorbehalten. Bitte authentifizieren Sie sich mittels DocCheck.

Das könnte Sie auch interessieren