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Dermatologie

Die Wahl der Systemtherapie und Impfempfehlungen

Psoriasis und Psoriasis-Arthritis

Für die Behandlung der Psoriasis mit oder ohne Gelenkbeteiligung sollte die Wirkstoffwahl wohlüberlegt sein, denn bereits die erste Wahl hat Einfluss auf den weiteren Therapieerfolg. Ebenso spannend ist eine neue Guideline, die Empfehlungen zur Impfung unter einer Psoriasis-Therapie gibt.

Liegt eine mittelschwere bis schwere Psoriasis vor oder sind die Upgrade-Kriterien erfüllt, so dürfen Dermatologen System- oder Biologikatherapien verordnen. Entscheidend ist neben diesen Voraussetzungen auch die Wahl des ersten Medikaments, denn dies hat maßgeblich Einfluss auf den weiteren ­Therapieverlauf. „Wenn das erste Medikament ein Erfolg ist, kann ich es in der Regel sehr lange verordnen und jedes zweite, dritte oder vierte Medikament wird hinsichtlich der Wirkung schlechter und die Wahrscheinlichkeit für einen Therapieabbruch ist höher. Daher sollte man viel darüber nachdenken, welches Präparat zuerst gewählt wird“, berichtete Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz (Kiel). Mit Blick auf das Wirtschaftlichkeitsgebot werde noch viel mit konventionellen Medikamenten therapiert, wie ­Dimethylfumarat (DMF), das bei guter Verträglichkeit 10–20 Jahre eingesetzt werden könne und die Psoriasis gut kontrolliere, so der Experte. Methotrexat (MTX) vertrügen viele Patienten nicht, daher werde MTX weniger verordnet, erklärte Mrowietz. Bei komplizierten Patienten, wie Patienten mit ausgeprägter Komorbidität, Malignomanamnese, Adhärenzpro­blem, fernem Wohnort zum Zentrum, eingeschränkter Mobilität u.v.m., solle direkt ein Biologikum verordnet werden, empfahl Mrowietz.

Impfung unter Therapie

Zusammen mit weiteren Kollegen hat Mrowietz eine Guideline [1] zur Impfung unter Therapie erarbeitet. Die wichtigsten Empfehlungen im Überblick: Da Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis (PsA) zahlreiche Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von COVID-19 haben, wird die Impfung empfohlen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass durch die verfügbaren Impfstoffe (mRNA- oder Vektor-basiert) die Psoriasis oder PsA negativ beeinflusst werden. Während der Impfperiode sollte eine Psoriasis-­Therapie mit den zugelassenen Medikamenten nicht unterbrochen werden. Wenn planbar, sollten die Impfgaben in der Mitte von Dosierungsintervallen liegen. Ausnahmen können bei Ciclosporin, MTX oder ­Tofacitinib gemacht werden, hier kann eine kurze Therapieunterbrechung erwogen werden. Ein vollständiger Impfschutz kann nicht für jeden ­Menschen garantiert werden. Es ist unklar, ob auch geimpfte Menschen das Virus übertragen können. Daher sind alle empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen weiterhin einzuhalten. Menschen mit Psoriasis sollten auch alle anderen empfohlenen Impfungen erhalten (Influenza, Pneumokokken etc.).Red.

1 https://www.edf.one/home/Guidelines/EuroGuiDerm-psoriasis-vulgaris.html, Stand: Juni 2021

Vortrag „Psoriasis-Experten im Dialog“
(Veranstalter: RG Ärztefortbildung,
Sponsor: Almirall Hermal GmbH), virtuell, Mai 2021

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