- Anzeige -
News

Diabetes-Prävention

Umsetzung der Nationalen Diabetes-Strategie gefordert

17.5.2022

Der Typ-2-Diabetes ist zwar keine Infektion, breitet sich aber dennoch „epidemisch“ immer weiter aus ‒ die Erkrankungszahlen nehmen seit Jahrzehnten zu. Bei gleichbleibender Entwicklung wird damit gerechnet, dass in Deutschland bis zum Jahr 2040 bis zu zwölf Millionen Menschen an Diabetes erkrankt sein werden. Die Kosten hierfür seien immens, warnt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) in einer Pressemitteilung: Neben volkswirtschaftlichen Kosten, für die die Solidargemeinschaft aufkommen müsste, käme das Leid der Betroffenen hinzu, das sich in verlorenen Lebensjahren und Einbußen in der Lebensqualität ausdrückt.

Allein die direkten Krankheitskosten belaufen sich schon heute auf etwa 21 Milliarden Euro pro Jahr, hinzukommen indirekte Kosten, die etwa für Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung anfallen. Die DDG dringt daher einmal mehr auf die rasche Umsetzung der 2020 beschlossenen Nationalen Diabetes-Strategie mit ihren Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention.


Die Zahl der Menschen, bei denen ein Diabetes Typ 2 bereits sicher diagnostiziert wurde, liegt in Deutschland bei rund acht Millionen. „Hinzukommen mindestens zwei Millionen Menschen, die einen noch unerkannten Typ-2-Diabetes haben“, sagt Prof. Dr. med. Wolfgang Rathmann, stellvertretender Direktor des Instituts für Biometrie und Epidemiologie am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) Düsseldorf. Die Zahl der Betroffenen werde in den kommenden Jahren noch deutlich zunehmen – was zum einen auf weiterhin steigende Neuerkrankungszahlen zurückgehe, zum anderen auf die erfreuliche Abnahme der Diabetessterblichkeit; im Durchschnitt liege die Lebenserwartung der Betroffenen jedoch noch immer 4‒6 Jahre unter der von  gleichaltrigen Gesunden. Ausschlaggebend hierfür sind die schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle, Herzinfarkte, Netzhauterkrankungen bis hin zur Erblindung, Nierenversagen oder das diabetische Fußsyndrom mit Gefahr von Amputationen. „Bei der Vermeidung und Behandlung dieser Folgeerkrankungen haben wir in den vergangenen Jahren zwar Fortschritte erzielt“, sagt Dr. med. Michael Eckhard, Chefarzt der GZW Diabetes-Klinik Bad Nauheim und Vorsitzender der AG Diabetischer Fuß der DDG. „Sowohl die Prävention des Typ-2-Diabetes und die Therapie der ambulanten und stationären Patienten müssen aber noch deutlich verbessert werden.“


Die Folgen von Diabetes mellitus sind vor allem dann schwerwiegend, wenn die Erkrankung über lange Zeit unentdeckt bleibt oder die Erkrankung unzureichend therapiert wird. Die beeinflussbaren Risikofaktoren für die Entstehung einer Diabetes-Typ-2-Erkrankung sind hinreichend bekannt: ein zu hoher Konsum von ungesunden Speisen, mangelnde Bewegung und daraus resultierendes Übergewicht. Die Spirale der ungesunden Lebensweise zurückzudrehen, liegt aber nicht nur in der Verantwortung des Einzelnen. „Auch die Politik und Gesellschaft müssen hierbei im Sinne von Verhältnisprävention Hilfestellung leisten“, so Eckhard. Das fange mit einer verständlichen Aufklärung an, reiche über Bewegungsangebote in Kitas und an Schulen bis hin zur Einführung eines verpflichtenden Nutri-Scores für alle Lebensmittel sowie ein Werbeverbot für ungesunde Kinderlebensmittel.

1) Pressemitteilung Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), September 2021

2) Antrag „Start einer Nationalen Diabetes-Strategie ‒ Gesundheitsförderung und Prävention in Deutschland und Versorgung des Diabetes mellitus zielgerichtet weiterentwickeln“ (19/20619), am 03.07.2020 vom Bundestag angenommen

No items found.
Lesen Sie mehr und loggen Sie sich jetzt mit Ihrem DocCheck-Daten ein.
Der weitere Inhalt ist Fachkreisen vorbehalten. Bitte authentifizieren Sie sich mittels DocCheck.
- Anzeige -

Das könnte Sie auch interessieren

123-nicht-eingeloggt