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Praxistipps

Empfehlungen zur Orientierung bei obstruktiver Schlafapnoe

30.12.2021

Je fünf praxisnahe Positiv- und Negativempfehlungen zum leichteren diagnostischen und therapeutischen Vorgehen bei obstruktiver Schlafapnoe (OSA) hat die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) zusammengestellt. Die Auswahl der Empfehlungen orientiert sich an der klinischen Relevanz, an bestehenden Defiziten im Sinne einer Über- oder Unterversorgung und an der Stärke der Empfehlungen in der aktuellen S3-Leitlinie der DGSM zu den schlafbezogenen Atmungsstörungen.

Wie bekannt, kann die obstruktive Schlafapnoe zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen. Zudem erhöht eine nicht behandelte mittel- bis schwergradige OSA das Risiko vieler ‒ vor allem kardiovaskulärer ‒ Erkrankungen deutlich. In Anbetracht der zunehmenden Häufigkeit des Krankheitsbilds und der damit verbundenen Beeinträchtigungen ist eine effektive Diagnostik und Therapie der OSA von besonderer Bedeutung.

Aufgrund der Beschränkung auf wenige Empfehlungen hat die Zusammenstellung nicht den Anspruch der vollständigen Darstellung des Krankheitsbilds und soll die aktuellen Leitlinien und die medizinische Entscheidung im Einzelfall nicht ersetzen, heißt es in der Fachzeitschrift „Somnologie“. Die Empfehlungen sind zwar an alle Ärztinnen und Ärzte gerichtet, die mit der Diagnostik und Therapie der OSA betraut sind, können aber auch als schnelle Orientierung in der Grundversorgung dienen. Zu den Positivempfehlungen gehört unter anderem die Selbstverständlichkeit, „dass Patienten über alle therapeutischen Möglichkeiten informiert werden, die in Anbetracht der Schwere der Erkrankung, der bestehenden Komorbiditäten und des individuellen anatomischen und funktionellen Befunds zur Verfügung stehen“. Bei den Negativempfehlungen wird das Thema Überversorgung adressiert. Beispielsweise sollte bei niedriger Vortestwahrscheinlichkeit für eine OSA und Fehlen von Komorbiditäten bzw. Risikofaktoren keine schlafmedizinische Diagnostik erfolgen. Bei erwachsenen Patienten mit leichtgradiger OSA ohne assoziierte Symptomatik und ohne kardiovaskuläre Komorbiditäten/Risikofaktoren kann wiederum auf eine Therapie verzichtet und stattdessen eine Verlaufskontrolle erwogen werden. Grundsätzlich wird eine medikamentöse, zentral atmungsstimulierende Therapie bei Patienten mit OSA nicht empfohlen.

Nasenoperationen bei Patienten mit einer OSA, ein leidiges Dauerthema, werden nicht empfohlen, sofern keine subjektive Nasenatmungsbehinderung bzw. keine konsekutive PAP-Intoleranz vorliegt. In der medizinischen Grundversorgung wichtig ist auch die Empfehlung, dass ein (mögliches) Vorliegen einer OSA berücksichtigt werden sollte, insbesondere bei der Auswahl von Medikamenten im perioperativen Management.

Stuck BA et al., Somnologie 2021 Nov 22; DOI 10.1007/s11818-021-00309-5

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