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TÜV-Röntgenreport 2022: 15,3% aller Röntgengeräte haben Mängel

17.5.2022

Beim Betrieb von Röntgengeräten in Kliniken, orthopädischen Praxen oder bei Zahnärzten besteht in vielen Fällen Nachbesserungsbedarf bei Qualitätssicherung und beim Strahlenschutz. Das geht aus dem Röntgenreport 2022 des TÜV hervor.

Im Jahr 2021 wurden bei den gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen an 15.841 untersuchten Röntgengeräten von TÜV-Sachverständigen insgesamt 2.424 Mängel entdeckt worden (15,3%). „Viele Mängel an Röntgengeräten lassen sich vermeiden, wenn Kliniken und Arztpraxen die Vorschriften des Strahlenschutzes gewissenhaft einhalten und die Geräte regelmäßig gewartet und geprüft werden“, betont Dr. Alexander Schröer, Strahlenschutzexperte des TÜV-Verbands, in einer Pressemitteilung des Verbands.

Die Prüfungen der TÜV-Organisationen verteilten sich auf die Anwendungsbereiche Humanmedizin (2.970 Prüfungen), Dentalmedizin (9.111), Veterinärmedizin (984) und technische Anwendungen (2.776). Der TÜV-Röntgenreport führt Gerätetypen auf, bei denen besonders häufig Mängel auftreten. Die Mängel werden in die Kategorien „schwerwiegend“, „erheblich“ und „einfach/formal“ eingeteilt. Die 2021 festgestellten Mängel bei den humanmedizinischen Röntgengeräten (n=795) waren zu 19% „schwerwiegend“ (ein Weiterbetrieb der Anlagen ist dann in der Regel nicht möglich), zu 75% „erheblich“ (die Beseitigung erheblicher Mängel kann von Sachverständigen ohne erneuten Ortstermin bestätigt werden) und zu 6% „einfach/formal“.

Mängel am Bildwidergabesystem "Häufig"

Am weitesten verbreitet sind fest installierte Geräte. Bei den 958 geprüften stationären Aufnahmeplätzen wurden bei 7,7% der Gerätemängel an digitalen Speicherfolien oder analogen Film-Folien-Systemen festgestellt. „Bei langjähriger Nutzung der Geräte können Kratzer, Knicke oder Schmutz die Qualität der Röntgenbilder beeinträchtigen. Diese Artefakte können im schlimmsten Fall zu Fehldiagnosen führen“, sagte Schröer. Bei 3,7% der Geräte wurden Mängel an der persönlichen Schutzausrüstung festgestellt, was z.B. die Wirkung von Schutzschürzen beeinträchtigen kann. Neben fest installierten Geräten sind in Krankenhäusern vor allem mobile C-Bögen im Einsatz, die flexibel an verschiedenen Stellen wie Operationssälen oder in anderen Röntgenräumen verwendet werden können. Anders als bei anderen Geräten werden die Röntgenbilder zwar dargestellt und gespeichert, aber nicht auf Folienmaterial ausgegeben. Bei 40% der geprüften C-Bögen stellten die TÜV-Sachverständigen Mängel fest. Häufig sind z.B. Mängel am Bildwiedergabesystem (7,4%). Schröer: „Da die Röntgenbilder beim C-Bogen in Echtzeit auf einem Bildschirm wiedergegeben werden, müssen die Monitore der Geräte in einwandfreiem Zustand sein.“

Die mit Abstand meisten Röntgengeräte sind in Zahnarztpraxen in Gebrauch. Unterschieden werden Dental-Tubus-Geräte, mit denen einzelne Zähne aufgenommen werden, und Panoramaschichtaufnahmegeräte für Röntgenbilder des gesamten Gebisses. Bei 17% der geprüften Dental-Tubus-Geräte bestanden Mängel, allen voran Mängel an den Patientenschutzmitteln (in der Regel fehlte der vorgeschriebene Schilddrüsenschutzschild oder andere Patientenschutzmittel). Auch bei 15% der geprüften Panoramaschichtaufnahmegeräte wurden Mängel festgestellt, unter anderem Mängel an digitalen Speicherfolien oder analogen Film-Folien-Systemen, was ‒ wie bei humanmedizinischen Geräten ‒ zu Artefakten auf den Röntgenbildern führen kann.

Pressemitteilung TÜV-Verband, April 2022

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