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Physiotherapie

Geh-Meditation „signifikant wirksam“ bei chronischer Sprunggelenkinstabilität

17.5.2022

Die chronische Sprunggelenkinstabilität gehört zu den häufigsten Sportverletzungen („Umknicken“ des Fußes mit Distorsion), bei der die Therapie zunächst immer konservativ erfolgt. Zur Verbesserung der funktionellen Instabilitätskomponente gehören physiotherapeutische Übungen zur Erhöhung der Sprunggelenkspropriozeption. Eine thailändische Studie hat nun untersucht, ob das Mind-Body-Verfahren der Geh-Meditation im Vergleich zu einem herkömmlichen Training mit einem elastischen Gymnastikband therapeutisch wirksam ist und vorhandene Gleichgewichtsstörungen reduziert.

Die der Studie eingesetzte Geh-Meditation ist eine buddhistische Achtsamkeitsübung, bei der die Konzentration auf Bewegungen des Körpers gelenkt wird, vor allem auf die von Beinen und Füßen bei jedem einzelnen Schritt, während die Übenden sehr langsam jeweils acht Schritte hin und her gehen (Demo-Video), vergleichbar zu entsprechenden Übungen etwa aus der Heileurythmie.

In die randomisierte kontrollierte Studie wurden 32 Patienten mit chronischer Sprunggelenkinstabilität eingeschlossen (Alter: 20,3±1,8 Jahre) und in drei Gruppen randomisiert ‒ Gehmeditation (n=10), Gymnastikbandübung (n=11) und Kontrolle (n=11). Die Patienten mit aktiver Therapie kamen über vier Wochen jeweils für ein dreißigminütiges Training dreimal die Woche. Vor und nach dem Training wurde die Sprunggelenkpropriozeption anhand des Winkelfehlers beim Gelenkrepositionstest (AEA, Biodex) an drei zufälligen Positionen bewertet (Plantarflexion -5°, Plantarflexion -10°, Dorsalflexion -5°). Die Gleichgewichtsleistung wurde durch den etablierten Star Excursion Balance-Test (SEBT) bewertet. Zum Zeitpunkt des Studieneinschlusses gab es zwischen drei Gruppen keine signifikanten Unterschiede bei den Funktionstestergebnissen. Unter Anwendung der Geh-Meditation war es nach vierwöchigem Training zu einer signifikanten Abnahme der AEA bei Plantarflexion -5° (p=0,007) und Plantarflexion -10° (p=0,04) im Vergleich zum Ausgangswert gekommen. Für SEBT zeigten beide Trainingsgruppen signifikante Verbesserungen im Vergleich zum Ausgangswert in jeweils vier Richtungen (p<0,05), während sich die Kontrollgruppe nur in zwei Richtungen verbesserte (p<0,05). Die Studie belegt, so die Autoren, zum einen die grundsätzliche Trainierbarkeit von propriozeptiven und koordinativen Parametern bei der chronischen Sprunggelenkinstabilität und zum anderen die Bedeutung von Geh-Meditation als vielversprechende therapeutische Intervention bei dieser Indikation.

Lapanantasin S. et al.: Complement Ther Med 2022 May; 65: 102807, DOI 10.1016/j.ctim.2022.102807, PMID: 35093512

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