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Lebensstilfaktoren

Ernährung, Bewegung und ihr gemeinsamer Einfluss auf die Körperzusammensetzung

29.1.2026

Wie stark langfristige Veränderungen bei Ernährung und körperlicher Aktivität tatsächlich auf die Körperzusammensetzung wirken, war bislang nur ausschnitthaft bekannt. Eine neue Analyse der in Ostengland angesiedelten Fenland-Kohorte mit 7.256 Erwachsenen bringt mehr Klarheit: Entscheidend ist nicht der einzelne Lebensstilfaktor – sondern die Richtung beider Verhaltensweisen im Zeitverlauf.

Die Studie arbeitete mit wiederholten Messungen über gut sieben Jahre, nutzte ein validiertes Ernährungsscore-System (Mediterranean Diet Score) und ein objektives Aktivitätsmaß per kalibrierter Herzfrequenz-/Bewegungssensorik. Als Outcomes dienten differenzierte DXA-Messgrößen und Ultraschallbefunde zur Lebersteatose.

Ernährungsverbesserungen und mehr körperliche Aktivität gingen jeweils unabhängig mit geringeren Zunahmen oder sogar Rückgängen bei allen Adipositas-Markern einher. Die Aktivitätsveränderung zeigte dabei die größeren Effektstärken. Eine Zunahme des körperlichen Aktivitätsenergieumsatzes (PAEE) um eine Standardabweichung war mit einer Abnahme der viszeralen Fettmasse (VAT) um rund 108 Gramm assoziiert, eine vergleichbare Verbesserung der Ernährung mit etwa 45 Gramm. Auch Gewicht, BMI, Taillenumfang und Gesamtkörperfett folgten konsistent diesem Muster.

Stärkster Effekt bei kombiniertem Verhalten

Interessant ist, dass trotz fehlender statistischer Interaktion die kombinierten Veränderungen den stärksten Effekt zeigten. Wer gleichzeitig „besser aß“ und „mehr machte“, hatte die deutlichste Reduktion zentraler Fettdepots. Umgekehrt waren parallele Verschlechterungen beider Verhaltensweisen mit den ausgeprägtesten Anstiegen verbunden. Dass die Assoziationen für viszerales Fett und Taille-Hüfte-Verhältnis selbst nach Adjustierung auf den BMI bestehen blieben, spricht für einen spezifischen Bezug zu metabolisch ungünstigen Fettkompartimenten. Beim subkutanen Fett hingegen verschwand die Assoziation nach Bereinigung um den Gesamtkörperfettanteil – ein Hinweis darauf, dass dieses Depot physiologisch anders reagiert.

Personen mit einem Ausgangs-BMI ab 25 profitierten besonders von Aktivitätssteigerungen; die Effekte auf Körperfett und VAT waren hier deutlich stärker ausgeprägt als bei Normalgewichtigen. Für die Ernährungsverbesserung zeigte sich hingegen keine klare Heterogenität nach Baseline-Diätqualität.

Insgesamt zeigt diese große populationsbasierte Analyse, dass Verbesserungen in beiden Bereichen - Ernährung wie Aktivität - über Jahre hinweg messbare, voneinander unabhängige und klinisch relevante Veränderungen der Körperzusammensetzung begleiten. Vor allem das viszerale Fett reagiert sensibel auf parallele positive Entwicklungen beider Verhaltensweisen, was den kombinierten Ansatz in Prävention und Therapie weiter stützt.

Info: Inkretinmimetika haben wichtige Fortschritte in der Behandlung von Adipositas erzielt und einen wesentlichen Beitrag zu den aktuellen Therapieansätzen geleistet. Eine medikamentöse Therapie allein reicht jedoch nicht aus, um einen langfristigen Erfolg zu gewährleisten. Lebensstilberatung kann zwar präventiv wirken, doch sind strukturierte und personalisierte Ernährungs- und Bewegungsprogramme unerlässlich, sobald Adipositas manifest ist. Deren Integration in die Inkretinmimetika-Therapie ist entscheidend für die langfristige Gewichtsstabilisierung und die Verbesserung der allgemeinen Gesundheit und Lebensqualität (Minnetti M et al., DOI 10.1159/000548370, Nov. 2025).

Aryannezhad S et al.: Concurrent Changes in Diet Quality and Physical Activity and Association With Adiposity in Adults. JAMA Netw Open. 2025 Nov 3;8(11):e2545232 (DOI 10.1001/jamanetworkopen.2025.45232).

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