- Anzeige -
News

Onkologie

Ginseng hat immunmodulierende Effekte

6.9.2021

Nur knapp 3% der vielen medizinischen Publikationen (>10.000) zu der ostasiatischen Heilpflanze „koreanischer Ginseng“ (Panax ginseng) betreffen randomisierte klinische Studien (RCT). Noch seltener sind RCT hinsichtlich onkologischer Indikationen. Deswegen fehlen auch klare Empfehlungen in der im Juli 2021 vorgestellten S3-Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen“ (AWMF-Registernummer 032/055OL).

Mit einer jetzt vorgelegten Studie sollten klinische Effekte von koreanischem rotem Ginseng, in Kombination mit adjuvanter Chemotherapie gegeben, auf die Immunfunktion von Patienten mit Gallengangs- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs geklärt werden. Die koreanischen Forscher konnten zeigen, dass die Heilpflanze signifikante immunmodulatorische Effekte bei der mit Ginseng behandelten Gruppe hat [1].
In die prospektive, randomisiert-kontrollierte und monozentrische Studie wurden 26 konsekutive Tumorpatienten eingeschlossen, die sich einer kurativen Resektion wegen Gallengangs- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs unterziehen mussten, jeweils gefolgt von einer 5-Fluorouracil/Leucovorin- oder Gemcitabin-Chemotherapie. Für die Studie wurden zusätzlich Immun- und Entzündungsmarker aus peripheren Blutproben während und nach der Chemotherapie untersucht. Vor Beginn und während der Chemotherapie zeigten sich keinerlei signifikante Intergruppenunterschiede hinsichtlich der immunbezogenen Parameter. Nach der Chemotherapie war jedoch der Prozentsatz an CD4+ T-Lymphozyten in der Ginseng-Gruppe signifikant höher als in der Kontrollgruppe (42,01% vs. 33,69%; p=0,048). Auch das Verhältnis von CD4+/CD8+ T-Lymphozyten war in der Ginseng-Gruppe höher (2,03 vs. 1,28; p=0,027). Die Prävalenz von Neutropenie und Leberfunktionsstörungen unterschied sich nicht zwischen den Gruppen.
Die Autoren warnen davor, trotz des prospektiven Studiendesigns, die Ergebnisse zu überinterpretieren, v.a. wegen der geringen Patientenzahl und der relativ heterogenen Gruppenzusammensetzung. Dennoch sei ihre Studie die erste RCT, die bei dieser Indikation unter zusätzlicher Ginseng-Gabe bemerkenswerte Effekte zeigte, die die Heilpflanze als ein sicheres immunmodulierendes Konzept für die integrative Onkologie erscheinen lassen. In einer ASCO-Leitlinie zur integrativen Therapie bei Brustkrebs wird Ginseng zur Behandlung von krebsassoziierter Fatigue empfohlen [2], allerdings auf Grundlage von Erkenntnissen zum amerikanischen Ginseng (Panax quinquefolius).

1 Kim IK, In Vivo 2021 May‒Jun; 35(3): 1895‒1900, doi 10.21873/invivo.12454, PMID 33910879

2 Lyman GH et al., J Oncol Pract, 2018

No items found.
Lesen Sie mehr und loggen Sie sich jetzt mit Ihrem DocCheck-Daten ein.
Der weitere Inhalt ist Fachkreisen vorbehalten. Bitte authentifizieren Sie sich mittels DocCheck.
- Anzeige -

Das könnte Sie auch interessieren

123-nicht-eingeloggt