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Ökonomie

USA: Posttraumatische Belastungsstörung verursacht erhebliche Zusatzkosten

17.5.2022

Die ökonomischen nachteiligen Auswirkungen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) entspricht denen von anderen psychischen Erkrankungen. Das ist das Ergebnis einer Studie, mit der Forscher die wirtschaftlichen Auswirkungen in den sehr von PTBS gebeutelten USA untersuchten.

Über 20.000 tote US-Amerikaner durch Schusswaffengebrauch allein 2021, über 150.000 US-Soldaten im Auslandseinsatz (ohne laufende Operationen in Afghanistan, Irak oder Syrien) ‒ neben weiteren privaten oder gesellschaftlichen Ursachen gibt es genug Gründe für posttraumatische Belastungsstörungen in der Zivilbevölkerung und bei Militärangehörigen der Vereinigten Staaten. Für die gesundheitsökonomische Analyse wurde ein prävalenzbasierter und Humankapitalansatz verwendet, um die gesamten Zusatzkosten von PTBS im Jahr 2018 anhand von Daten zu Versicherungsansprüchen, wissenschaftlicher Literatur und staatlichen Veröffentlichungen abzuschätzen. Erhöhte direkte Gesundheitskosten (Apotheke, Arzt), direkte Nicht-Gesundheitskosten (Forschung und Ausbildung, Drogenkonsum, Psychotherapie, Obdachlosigkeit, Behinderung) und indirekte Kosten (Arbeitslosigkeit, Produktivitätsverlust, Pflege, vorzeitige Sterblichkeit) im Zusammenhang mit PTBS wurden zwischen Erwachsenen mit PTBS und Erwachsenen ohne PTBS oder der Allgemeinbevölkerung (wenn keine Informationen für Erwachsene ohne PTBS verfügbar waren) verglichen.

Die Analyse schätzte die überhöhte wirtschaftliche Belastung durch PTBS in den USA im Jahr 2018 auf 232,2 Milliarden US-Dollar (19.630 USD pro Person mit PTBS). Diese verteilte sich zu 81,6% auf die Zivilbevölkerung und zu 18,4% auf Militärangehörige (PTBS-Kosten: 18.640 USD bzw. 25.684 USD pro Person in der Zivilbevölkerung bzw. bei Militärangehörigen). In der Zivilbevölkerung wurde die übermäßige ökonomische Belastung durch direkte Kosten für die Gesundheitsversorgung (66,0 Mrd. USD) und Arbeitslosigkeit (42,7 Mrd. USD) verursacht. In der Militärbevölkerung hingegen durch Ausgleich von Behinderung (17,8 Mrd. USD) und direkte Kosten für die Gesundheitsversorgung (10,1 Mrd. USD).

Aus Sicht der multizentrischen Autorengruppe zeigen die Ergebnisse, dass die wirtschaftliche Belastung durch PTBS über die direkten Kosten für die Gesundheitsversorgung hinausgehen und nachweislich mit den Kosten anderer kostspieliger psychischer Erkrankungen konkurriert. Aus ihrer Sicht ist ein gesteigertes Bewusstsein für die Bedeutung der PTBS, die Entwicklung wirksamerer Therapien und die Ausweitung evidenzbasierter Interventionen gerechtfertigt, um die große klinische und wirtschaftliche Belastung durch PTBS zu verringern.

Davis LL et al., J Clin Psychiatry 2022 Apr 25; 83: 21m14116, DOI 10.4088/JCP.21m14116, PMID 35485933

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