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Körpergröße

Asthma führt zur Wachstumsretardierung, unabhängig von Glukokortikoiden

17.5.2022

Asthma im Kindesalter hat einen Einfluss auf die Körpergröße, unabhängig von der Anwendung von inhalierbarem Cortison und unter Berücksichtigung der genetischen Heterogenität der Körpergröße. Das zeigt eine Analyse mit Daten der britischen „UK Biobank“.

Basierend auf der UK Biobank wurde eine Matched-Kohorten-Studie mit 13.602 europäischen Personen mit Asthma vor dem 18. Lebensjahr und 136.008 übereinstimmenden Personen ohne Asthma durchgeführt. Die Asthma-Identifizierung basierte auf Selbstangaben (97,6%) oder klinischen Diagnosen in Gesundheitsregistern (2,4%). Untersucht wurden drei Zielkörpergrößen:

  • die erreichte Erwachsenengröße (in Zentimetern)
  • die Größenabweichung, gemessen als Differenz zwischen dem Rang einer Person bei der genetisch determinierten Größe (basierend auf dem generierten polygenetischen Risikowert) und dem erreichten Rang bei der Erwachsenengröße in der Studienpopulation (Abweichung in Prozent der Größenreihenfolge nach Standardisierung) sowie
  • das Vorhandensein eines Körpergrößendefizits im Vergleich zwischen genetisch determinierter und tatsächlich erreichter Größe (ja/nein).

Um die Assoziationen von Asthma, das in verschiedenen Altersstufen diagnostiziert wurde, mit der erreichten Körpergröße und Körpergrößenabweichung bei Erwachsenen zu bewerten, wurden lineare gemischte Effekt-Modelle verwendet sowie bedingte logistische Regressionsmodelle, um die Assoziationen von Asthma mit dem Risiko eines Größendefizits abzuschätzen.

40,07% (59.944/149.610) der Studienteilnehmer war vor 1950 geboren, die meisten davon waren Männer (57,65%). Nach Kontrolle mehrerer Kovarianten ergab sich, dass Asthma im Kindesalter ‒ unabhängig vom Alter der Asthmadiagnose ‒ mit einer verringerten Körpergröße im Erwachsenenalter assoziiert ist. Allerdings: Bei der Analyse der Größenabweichung (Abweichung in Prozent) zeigte sich die größte Größenabweichung bei Personen, deren Asthma vor dem vierten Lebensjahr diagnostiziert wurde (-2,57; 95%-KI 4,14 bis -1,00) resp. im Alter von ≤2 bzw. 3 bis 4 Jahren (-2,80; 95%-KI 4,06 bis -1,54). Die Stärke der Größenabweichung in Bezug auf Asthma nahm danach ab und betrug nach dem 6. Lebensjahr null. Vergleichbar dazu gab es ein statistisch signifikantes Größendefizit in Bezug auf eine Asthmadiagnose im Alter von ≤2 und 3 bis 4 (Odds Ratio = 1,21; 95%-KI 1,04‒1,40 und 1,15; 95%-KI 1,02‒1,29), danach nicht mehr. Das Ergebnismuster war vergleichbar, wenn Asthma mit oder ohne Anwendung von inhalativen Glukokortikoiden (ICS) separat analysiert wurde, obwohl die Schätzungen bei Asthmapatienten, die ICS verwendeten, durchweg stärker waren.

Die Autoren resümieren, dass diese Ergebnisse auf eine bemerkenswerte Assoziation von Asthma im Kindesalter, hauptsächlich früh diagnostiziertem Asthma, mit der Körpergröße im Erwachsenenalter hinweisen, sowohl bei Berücksichtigung der genetischen Heterogenität bei der Körpergröße als auch der Verwendung von inhalativen Glukokortikoiden. Diese Ergebnisse, so betonen sie, unterstreicht die Notwendigkeit einer Überwachung der Wachstumsprobleme bei Kindern mit Asthma.

Chen W et al., BMC Med 2022 Mar 22; 20(1): 94, DOI 10.1186/s12916-022-02289-1, PMID 35313867

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