Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre COVID-19-Impfempfehlung umfassend aktualisiert. Künftig empfiehlt sie nicht mehr, dass alle Erwachsenen eine sogenannte Basisimmunität – mindestens drei SARS-CoV-2-Antigenkontakte durch Impfung oder Infektion, davon mindestens einer durch eine Impfung – erreichen sollen. Aufgrund der inzwischen weit verbreiteten hybriden Immunität in der Bevölkerung sei dies nicht länger erforderlich.
Auch für gesunde Schwangere entfällt diese bisherige Empfehlung, da sie nach aktueller Datenlage kein höheres Risiko für schwere COVID-19-Verläufe mehr haben.
Die jährliche COVID-19-Auffrischimpfung wird künftig als Standardimpfung für alle Personen ab 75 Jahren empfohlen. Grundlage sind die Hospitalisierungs- und Sterblichkeitsdaten der vergangenen drei Saisons. Demnach konzentrieren sich schwere Verläufe vorrangig auf ältere Menschen: Rund 80 % der hospitalisierten Fälle entfielen auf Personen ab 60 Jahren, das höchste Risiko bestand bei den über 75-Jährigen. Gleichzeitig blieben die Impfquoten in dieser Hochrisikogruppe zuletzt niedrig.
Unverändert empfohlen wird eine jährliche Indikationsimpfung – unabhängig vom Alter – für Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe. Hierzu zählen unter anderem chronische Herz-, Lungen-, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus, Adipositas (BMI ≥30), neurologische oder psychiatrische Erkrankungen, Immundefizienz, maligne Erkrankungen sowie Long- oder Post-COVID. Schwangere mit Grunderkrankungen oder schwangerschaftsassoziierten Komplikationen sollen ab dem zweiten Trimenon entsprechend der saisonalen Impfempfehlung geimpft werden.
Gleichzeitige Impfung mit Totimpfstoffen ist möglich
Ebenfalls bestehen bleibt die Empfehlung für Bewohnende von Pflegeeinrichtungen, medizinisches Personal mit erhöhtem Infektionsrisiko sowie enge Kontaktpersonen von Menschen, bei denen nach einer COVID-19-Impfung keine schützende Immunantwort zu erwarten ist. Die Impfung soll einmal pro Saison bevorzugt im Spätsommer oder Frühherbst erfolgen. Zwischen einer SARS-CoV-2-Infektion oder der letzten COVID-19-Impfung sollte möglichst ein Mindestabstand von sechs Monaten liegen. Eine gleichzeitige Gabe mit anderen Totimpfstoffen, etwa gegen Influenza, Pneumokokken, RSV, Pertussis oder Herpes zoster, ist grundsätzlich möglich.
Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren mit Impfindikation, die bislang weder gegen COVID-19 geimpft wurden noch eine nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen einmalig eine Grundimmunisierung entsprechend der Fachinformation erhalten.
Die STIKO verweist darauf, dass die COVID-19-Impfung maßgeblich zur Bewältigung der Pandemie beigetragen hat. Nach Schätzungen der WHO wurden allein in der europäischen Region zwischen Dezember 2020 und März 2023 rund 1,6 Millionen Todesfälle verhindert – der überwiegende Teil davon bei Menschen ab 60 Jahren.
Piechotta V et al.: Beschluss und wissenschaftliche Begründung der STIKO zur Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung und zum Wegfall der Basisimmunität 2026. Epidemiol Bull. 2026;28:3-30 (DOI 10.25646/14286).