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Heimpflege

Wenig Förderung und Hilfen für junge Angehörige

10.11.2021

„Pflegende Angehörige wurden bei der jüngsten Pflegereform der Bundesregierung zu wenig berücksichtigt und das, obwohl ihr Einsatz gerade in der Pandemie unverzichtbar war. Die Politik sollte sich nach der Bundestagswahl stärker den Bedürfnissen der jungen Pflegenden und der großen Zahl der pflegenden Angehörigen widmen“, sagt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, zum Erscheinen des „DAK Pflegereport 2021“.

Der Report widmet sich sich schwerpunktmäßig jungen Menschen bei der Pflege von Familienangehörigen und ihren Einstellungen und Erfahrungen. Im Pflegereport stehe unter anderem, dass sich zwei von drei Menschen zwischen 16 und 39 Jahren vorstellen können, einen Angehörigen zu pflegen. Und bereits jetzt sitze mindestens ein Schulkind in jeder Schulklasse, das sich an der Pflege des Opas, der Mutter oder eines anderen Familienmitglieds beteiligt.

Von den mehr als vier Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden über die Hälfte zu Hause von ihren Angehörigen versorgt. Dabei werde kaum gesehen, dass auch viele junge Menschen bei der Pflege von Geschwistern, Eltern oder Großeltern zu Hause unterstützen. Der Pflegereport 2021 der DAK-Gesundheit rückt diese Generation der jungen Pflegenden in den Mittelpunkt und will an der Stelle auch politische Impulse setzen. Denn pflegende Angehörige wurden von der Bundesregierung auch bei der jüngsten Pflegereform zu wenig berücksichtigt. Dabei hat gerade die Corona-Pandemie diesen jungen Menschen bei der Pflege ihrer Angehörigen sehr viel abverlangt. Der DAK Pflegereport 2021 skizziert in qualifizierten Einzelinterviews die vielfältigen Pflegeaufgaben der nachkommenden Generationen, deren Einstellungen und Erfahrungen.

Aufklärung von Ärzten erhofft

Ergänzend dazu ist erneut eine Bevölkerungsbefragung Teil dieses Pflegereports. Die Ergebnisse zeigen eine große Bereitschaft in der jungen Bevölkerung, Aufgaben der Pflege von Angehörigen zu übernehmen und zwar unabhängig von Alter und Einkommen. Etwa 83% der Befragten geben an, positive Erfahrungen im Zusammenhang mit der Übernahme von Sorge- und Pflegeaufgaben gemacht zu haben ‒ Frauen noch häufiger als Männer. Zudem verdichten sich die Online-Befragungen der Mitarbeiter der DAK-Pflegestützpunkte zu einem Appell an die Politik: Den Themen Pflege und junge Pflegende sollte ein höherer Stellenwert eingeräumt werden.

Der Pflegereport verweist auch auf ein Kommunikationsdefizit zwischen behandelnden Ärzten und jungen pflegenden Angehörigen (die sich von den Ärzten viel mehr Aufklärung und Unterstützung erhoffen als von Pflegedienst oder Krankenkasse): „Wünschenswert wäre es, auch Ärzte für das Thema junge Pflegende zu sensibilisieren und mit Informationen zu versorgen. Kliniken und Arztpraxen haben die Möglichkeit bei der Gelegenheit eines entstehenden Pflegebedarfs nachzufragen, ob Kinder im Haushalt leben oder/und ob es einen Erziehungsauftrag gibt. Auch Plakate in Praxisräumen und Flyer zu entsprechenden Beratungsangeboten wären eine Möglichkeit, um Familien durch einfache Ansprachen auf den eigenen Unterstützungsbedarf aufmerksam zu machen. Ebenso könnten weitere Institutionen wie Apotheken, Vereine oder Jugendhäuser informieren.“ Mindestens sollten versorgende Ärzte auf gemeinnützige und kostenfreie Hilfsangebote für Jugendliche und junge Erwachsene, z.B. das Berliner Projekt „Echt unersetzlich“, verweisen.

Pressemitteilung DAK, November 2021

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