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Gesamtsterblichkeit

Krafttraining verlängert das Leben – am besten zusammen mit Ausdauersport

20.8.2026

Moderates, regelmäßig betriebenes Krafttraining senkt in großen prospektiven Kohortenstudien die Gesamtsterblichkeit – der Effekt ist jedoch am stärksten, wenn es mit ausreichender Ausdaueraktivität kombiniert wird. In den drei USKohorten HPFS und Nurses’ Health Study I/II wurden rund 147.000 Gesundheitsfachberufe über bis zu 30 Jahre beobachtet; in dieser Zeit traten knapp 36.000 Todesfälle auf. Kraft- und Ausdauertraining wurden wiederholt erfasst und als kumulativer Durchschnitt mit umfangreicher Adjustierung (Rauchen, Ernährung, BMI u a.) in die Analysen einbezogen.

Bereits geringe Umfänge von 1–29 Minuten Krafttraining pro Woche waren mit einer signifikant niedrigeren Gesamtsterblichkeit assoziiert, der deutlichste Effekt zeigte sich jedoch bei 90–119 Minuten wöchentlich mit einer Risikoreduktion von rund 1 % im Vergleich zu Personen ohne Krafttraining. Darüber hinaus (≥120 min/Woche) flachte der Nutzen ab. Besonders profitierten kardiovaskuläre und neurologische Todesursachen: Für 90–119 Minuten Krafttraining wöchentlich ergaben sich Hazard Ratios von 0,81 für kardiovaskuläre und 0,73 für neurologische Mortalität. Für die Krebsmortalität zeigte sich der Vorteil vor allem bei niedrigen bis moderaten Umfängen (1–59 min/Woche), bei höheren Dosen ließ sich kein weiterer Zugewinn nachweisen.

Entscheidend für die Praxis ist das Zusammenspiel des Kraft- mit einem Ausdauertraining. Reines Krafttraining bei ansonsten unzureichender Ausdaueraktivität (<7,5 MET-h/Woche, i.e. die aktuelle Mindestempfehlung von 150 Minuten moderater oder 75 Minuten intensiver Ausdaueraktivität pro Woche) war zwar mit einem moderaten Überlebensvorteil verbunden, die deutlich stärkeren Assoziationen zeigten sich jedoch für ausreichende aerobe Aktivität. Am niedrigsten war die Mortalität bei Personen, die beides kombinierten: hohe Ausdaueraktivität und moderates Krafttraining. Die Daten stützen damit die aktuellen Bewegungsempfehlungen, nach denen regelmäßige Ausdaueraktivität die Basis bilden sollte, ergänzt durch ein- bis zweimal wöchentliches Krafttraining. Besonders günstig erschien ein Umfang von etwa 60 bis 120 Minuten Krafttraining pro Woche. Darüber hinaus ließ sich kein zusätzlicher Mortalitätsvorteil nachweisen.

Hintergrund: MET (Metabolic Equivalent of Task): Maß für den Energieverbrauch körperlicher Aktivität. 1 MET entspricht dem Energieumsatz in Ruhe (ca. 3,5 ml Sauerstoff/kg Körpergewicht/Minute).

Zhang Y et al.: Long-term resistance training with all-cause and cause-specific mortality: assessing dose-response and joint associations with aerobic physical activity. Br J Sports Med. 2026 Jun 12;60(12):874-883 (DOI 10.1136/bjsports-2025-110503).

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