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Ernährungsweise

Vegane Kost hinterlässt nach vier Wochen epigenetische Spuren

3.11.2026

In einer Sekundäranalyse eines randomisierten Freiburger Pilottrials mit 48 gesunden Erwachsenen zeigen sich nach vier Wochen isokalorischer Ernährungsumstellung erste Veränderungen im DNA-Methylierungsmuster. Untersucht wurde damit, ob die Ernährungsweise chemische Markierungen an der DNA verändert, die an der Regulation von Genen beteiligt sind.

Nach einwöchiger einheitlicher Baseline-Kost wurden 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für vier Wochen auf eine strikt vegane, 24 auf eine fleischreiche Kost (>150 g/Tag) randomisiert; die Energiezufuhr sollte mit 1.800–2.000 kcal/Tag konstant bleiben. Analysiert wurden mehr als 800.000 Stellen im Erbgut. Unter veganer Kost fanden sich Methylierungsmuster, die unter anderem Gene des mTOR-, AMPK-, Insulin- und Apoptose-Signalwegs betrafen. Die Autoren und Autorinnen interpretieren sie als mögliche Hinweise auf eine Dämpfung von Zellwachstumssignalen sowie eine Aktivierung von Stoffwechsel-, Reparatur- und Stressantwortwegen. Ob die betreffenden Gene tatsächlich stärker oder schwächer aktiv waren, wurde jedoch nicht gemessen.

Auch bei der aus den Methylierungsdaten geschätzten Zusammensetzung der weißen Blutkörperchen zeigten sich Unterschiede: Nach vier Wochen fanden sich in der Vegangruppe weniger neutrophile Granulozyten und mehr CD4+-T-Zellen als unter fleischreicher Kost. Der Rückgang der Neutrophilen innerhalb der Vegangruppe war allerdings nicht signifikant. Widersprüchlich waren die sogenannten epigenetischen Uhren, die aus DNA-Methylierungsmustern das biologische Alter abschätzen sollen: Zwei gesundheitsbezogene Verfahren deuteten tendenziell auf eine günstigere Entwicklung unter veganer Kost, eine andere Uhr zeigte dagegen in die entgegengesetzte Richtung.

Entscheidend für die Einordnung: Bei mehr als 800.000 untersuchten DNA-Stellen entstehen schon rein statistisch zahlreiche Zufallstreffer. Nach der dafür notwendigen Korrektur blieb keine einzelne unterschiedlich methylierte Position statistisch signifikant. Wesentliche weitere Analysen beruhen daher auf nicht korrigierten p-Werten. Hinzu kommen die kleine Stichprobe, die kurze Studiendauer und junge, überwiegend weibliche gesunde Teilnehmer. Die Studie liefert damit interessante Hypothesen zu möglichen epigenetischen Effekten einer veganen Ernährung – einen gesundheitlichen Vorteil oder gar einen „Anti-Aging“-Effekt belegt sie nicht. rb

Pressemitteilung: „Vier Wochen vegane Ernährung verändern Entzündungs- und Alterungssignale“. Universitätsklinikum Freiburg, 27.8.2026 (https://www.uniklinik-freiburg.de/presse/pressemitteilungen/detailansicht/6938-vier-wochen-vegane-ernaehrung-veraendern-entzuendungs-und-alterungssignale.html).

* Karbacher L et al.: A Vegan Diet Epigenetically Modulates Inflammatory Pathways and Biological Aging: Genome-Wide DNA Methylation Analysis of a One-Month Isocaloric Vegan Versus Meat-Rich Dietary Intervention. MedComm (2020). 2026 Aug 3;7(8):e70899 (DOI 10.1002/mco2.70899).

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